Julian und Burak im Stadtpark auf einer ihrer Wiener-Linien-Laufstrecken.

Laufstrecke deluxe: Von Endstation zu Endstation

Von Leopoldau nach Oberlaa oder von Heiligenstadt nach Hütteldorf laufen? Klingt verrückt, ist aber machbar! Das beweisen die beiden Studenten Julian und Burak und zeigen uns darüber hinaus noch, welche Besonderheiten jede Laufstrecke zwischen den Endstationen von U1 bis U6 bietet.

Aus der Not eine Tugend gemacht – das haben Julian und Burak. In Zeiten von Covid-19 und den damit verbundenen Einschränkungen wollten die beiden laufbegeisterten Medizinstudenten, wie sie selbst sagen, das entstandene „Covid-19-Vakuum“ füllen. Im Rahmen der erlaubten Möglichkeiten entschieden sich die beiden für ganz besondere Laufstrecken.

Die Wiener Linien als Inspiration

Die beiden begnadeten Läufer wollten aus ihrem gewohnten „Laufalltag“ ausbrechen und sich neue Wege durch Wien bahnen. Die Wahl fiel auf Strecken, die wohl vielen WienerInnen gut bekannt sein dürften: Von Leopoldau bis nach Oberlaa, vom Karlsplatz in die Seestadt oder von Heiligenstadt nach Hütteldorf. Julian und Burak laufen nämlich von Endstation zu Endstation der U-Bahnlinien 1 bis 6 und haben uns ihre Specials und Besonderheiten zu jeder Route und Laufstrecke mitgeteilt.

U1

Die Strecke von Leopoldau nach Oberlaa hat ungefähr 18-20 Kilometern, je nach gewählter Route. Am ruhigen Stadtrand kann man zwar erstmal ohne Hektik starten und sich für den Anfang gemächlich durch den 21. und 22. Bezirk bewegen, das Ziel ist aber noch weit entfernt. Beim beeindruckenden Skyline-Panorama an der alten Donau vergisst man das aber ganz schnell wieder, und nach dem Run durch die Stadtmitte in der Parkanlage Löwygrube in Favoriten angekommen ist es auch nicht mehr weit, wissen Julian und Burak. Die Kombination von ruhigem Stadtrand und urbaner Innenstadt sowie die Möglichkeit, sich gleich nach dem Lauf im Kurpark Oberlaa die verdiente Entspannung zu gönnen, zeichnen diese Strecke aus.

Die beiden Studenten bei der U-Bahn-Station Karlsplatz während ihrer U2-Laufstrecke.
Die beiden Studenten bei der U-Bahn-Station Karlsplatz während ihrer U2-Laufstrecke.

U2

Bei der nächsten Route wird der Spieß umgedreht: vom Karlsplatz in die Seestadt – vom Knotenpunkt und Herzen der Stadt ins zukunftsträchtige Areal an der Stadtgrenze. Mit ungefähr 14-18 Kilometern Länge glänzt diese Laufstrecke durch viel Grün und Wasser. Zu Beginn kann man das historische Ambiente der Ringstraße genießen und später auf der Donauinsel entlanglaufen. An heißen Tagen bietet sich danach entweder ein Abstecher zum Schillerwasser in Aspern oder der Dechantlacke in der Lobau an – Abkühlung garantiert! Erfrischt und erholt geht es dann im Endspurt in die Seestadt.

U3

Läuft man von Ottakring bis Simmering, macht man entgegen den ersten beiden Routen keinen Abstecher nach Transdanubien. Zwischen 10 und 15 Kilometer, wie immer abhängig von der genauen Strecke, legt man dabei zurück. Quert man die Donau nicht, kann man an einem ihrer Seitenarme, dem Donaukanal, entlanglaufen, dachten sich Julian und Burak. Die Laufstrecke für alle, die zum Joggen nicht unbedingt Natur, sondern urbanen Flair wollen.

Julian und Burak vor der Station Stadtpark, den man bei der U3-Laufstrecke durchqueren kann.
Julian und Burak vor der Station Stadtpark, den man bei der U3-Laufstrecke durchqueren kann.

U4

Von Hütteldorf nach Heiligenstadt läuft man mindestens 12 Kilometer. Viel schöner, aber auch herausfordernder ist die Strecke aber mit knapp 20 Kilometer Länge. Denn dann läuft man an der Grenze zu Niederösterreich durch Dornbach, Pötzleinsdorf und Neustift am Walde über die Höhenstraße bis nach Grinzing und von dort nach Heiligenstadt. Die Laufstrecke mit den meisten Höhenmetern glänzt mit einer phänomenalen Aussicht über Wien, vielen Weingärten und einigen Buschenschanken, wenn man doch mal eine Pause braucht.

U6

Auf der letzten Strecke von Julian und Burak geht es von Floridsdorf nach Siebenhirten. Wieder quer durch Wien, wobei zwischen 18 und 20 Kilometer zu bewältigen sind. Über den gelben Steinitzsteg (vormals Nordsteg) läuft man über die Donau mit tollem Blick auf den Kahlen- und Leopoldsberg. Später geben streckenweise die Stadtbahnbögen die Richtung vor, denen man einfach nur folgen muss. Besonders beeindruckend sind im Endspurt die Hochhäuser in Alt-Erlaa, so die beiden Studenten.

Vor der U4-Endstation Hütteldorf: Für Burak und Julian in diesem Fall nicht der End- sondern Startpunkt ihrer U4-Laufstrecke.
Vor der U4-Endstation Hütteldorf: Für Burak und Julian in diesem Fall nicht der End- sondern Startpunkt ihrer U4-Laufstrecke

Weit, weiter, von Endstation zu Endstation

Natürlich sind das allesamt sehr lange Laufstrecken. Julian und Burak wollen anderen LäuferInnen aber lediglich neue Laufmöglichkeiten in der Stadt aufzeigen. Und wer weiß, vielleicht wecken ihre Endstationen-Läufe die Neugierde und den sportlichen Ehrgeiz bei manchen von euch. Zu Beginn muss es ja nicht gleich vom Karlsplatz bis in Seestadt sein, bis zum Volkstheater ist auch schon eine Leistung. Und wer nach ein paar Kilometer (oder Meter) doch nicht mehr mag, kann ja immer noch mit den Öffis fahren. Wir bringen euch noch schneller von Endstation zu Endstation und sagen es auch niemandem, versprochen! 😉

Übrigens: Julian und Burak (Instagram: @reasons_to_race) sind auch mit dem Rad quer durch Österreich unterwegs und sammeln dabei Spenden für den guten Zweck.

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