Station Taubstummengasse der Linie U1, Fahrt eines Zuges der Fahrschule.

Wie werde ich U-Bahn-FahrerIn?

Was muss ich können, um U-Bahn-FahrerIn zu werden? Und braucht es zum U-Bahnfahren einen Führerschein? Alles Wissenswerte rund um die Bewerbung, die Ausbildung und Herausforderungen als U-Bahn-FahrerIn gibt’s in diesem Beitrag nachzulesen.

Einmal ganz vorne im Cockpit sitzen und mit bis zu 80 km/h durch den Wiener Untergrund fahren: Was für einige ein Kindheitstraum ist, gehört zum täglichen Job einer U-Bahn-FahrerIn. Du möchtest wissen, wie man U-Bahn-FahrerIn wird oder hast Lust, dich selbst bei den Wiener Linien zu bewerben? Wir haben alle wichtigen Informationen für euch gesammelt. Aktuelle Stellenangebote findest du auf der Karriere-Seite der Wiener Linien.

Hard Facts: So wird man U-BahnfahrerIn

Als U-BahnfahrerIn hat man die Kontrolle über einen 111 Meter langen Zug, in dem rund 900 Fahrgäste Platz finden – Jede Menge Verantwortung also. Kein Wunder, dass unsere MitarbeiterInnen bestens für diesen Beruf ausgebildet sein müssen. Um sich als U-BahnfahrerIn bewerben zu können, muss man mindestens 21 Jahre alt sein. Eine weitere Grundvoraussetzung ist es natürlich, körperlich und geistig fit zu sein. Den Autoführerschein braucht es allerdings nicht, schließlich wird im Rahmen der Ausbildung die U-Bahn-Schule besucht. Erst wenn man nach 37 Ausbildungstagen die Prüfung zur „TriebwagenführerIn“ erfolgreich abgeschlossen hat, darf man zum ersten Mal alleine eine U-Bahn fahren.

U-Bahn-Fahrer der Wiener Linien

U-Bahn-Schule: So schaut die Ausbildung aus

Wo findet die Ausbildung zur U-Bahn-FahrerIn statt? Na klar, in der U-Bahn-Schule. Vorstellen kann man sich das ganze wie in einer normalen Fahrschule. Es gibt Unterrichtseinheiten zur Theorie und praktische Fahrstunden. Rund 100 SchülerInnen werden pro Jahr ausgebildet und lernen alles über die technischen Details zum Fahrzeug und den Strecken, den richtigen Umgang mit den Fahrgästen und natürlich wie man U-Bahn fährt!

U-Bahn-Simulator

Die Ausbildung zur U-Bahn-FahrerIn im Detail

An den ersten fünf Tagen gibt’s Theoriestunden rund um das Wiener Liniennetz. Beispielsweise müssen unsere FahrerInnen wissen, welche Linien, Umsteigemöglichkeiten und verschiedene Fahrkarten es gibt. An den darauffolgenden 31 Tagen wechseln sich theoretische und praktische Unterrichtseinheiten ab. Theoriestunden werden im Schulungsraum in Leopoldau abgehalten, erste Praxiserfahrung gibt’s dank des U-Bahn-Simulators. Diese detailgetreue Nachbildung einer echten Fahrerkabine ist das Herzstück des Schulungszentrums. Daran wird die Bedienung der Fahrzeuge geübt, aber auch, wie man mit diversen Problemen und Störungen während der Fahrt umgeht. Am Simulator können verschiedene Situationen programmiert werden, wie Regen und Sturm, technische Defekte oder Gegenstände auf den Gleisen. Über 100 verschiedene Szenarien können eingestellt werden, damit die angehenden U-Bahn-FahrerInnen im echten Fahrbetrieb für jedes Problem gewappnet sind.

„Fahrschule“ – Bitte zurücktreten!

Zum ersten Mal im richtigen Schienenverkehr sind die SchülerInnen dann mit dem Schulzug unterwegs. Bereits ab dem 21. Ausbildungstag geht’s in den richtigen Fahrgastbetrieb – natürlich immer unter dem wachsamen Auge der FahrlehrerInnen. Insgesamt 15 Fahrtage müssen die zukünftigen U-Bahn-FahrerInnen absolvieren, bevor sie zur Prüfung antreten dürfen. Die Abschlussprüfung wird an zwei Tagen abgelegt. Am Ende kommt noch ein Tag Deeskalationsschulung dazu. So sind die SchülerInnen nach rund zweieinhalb Monaten bereit, ihren ersten Dienst als richtige U-Bahn-FahrerInnen anzutreten.

U-Bahn-Fahrschule

Achtung Fahrschule Anzeige

Wer in Vollzeit (37,5 Stunden) als U-Bahn-FahrerIn bei den Wiener Linien arbeitet, bekommt mindestens ein Bruttogehalt von 2.100 Euro pro Monat, inklusive aller Zulagen. Auch die Ausbildung ist bereits bezahlt, dafür ist 1.616,36 Euro brutto pro Monat vorgesehen.

U-Bahn-FahrerIn: Ein Job mit Verantwortung

Zum U-Bahnfahren gehört viel mehr dazu, als ein paar bunte Knöpfe zu drücken und den Steuerhebel zu bedienen. Es ist ein abwechslungsreicher Beruf, der mit viel Verantwortung und spannenden Herausforderungen verbunden ist. Die Linien in unserem Netz sind rund um die Uhr in Betrieb. Auch die U-Bahn fährt nicht nur untertags, sondern bis nach Mitternacht und am Wochenende sogar die ganze Nacht durch. Klar, dass unsere MitarbeiterInnen jeden Tag – und nachts – für euch im Einsatz sind.

U-Bahn-Fahrlehrer

Wie sieht ein Tag als U-Bahn-FahrerIn aus?

Der Wecker einer U-Bahn-FahrerIn läutet immer unterschiedlich. Manchmal beginnt die Arbeit frühmorgens – gerade richtig, um die schönsten Sonnenaufgänge entlang der Strecke mitzuerleben. An anderen Tagen heißt es Spätschicht, damit die Öffi-NutzerInnen zu jeder Uhrzeit sicher und schnell ans Ziel kommen.

Zu Beginn des Frühdienstes wird jedes Fahrzeug einem technischen Check unterzogen und geprüft, ob zum Beispiel alle Türen richtig funktionieren. Die Hauptaufgabe ist aber das „Führen des Zugs“ und somit der sichere und schnelle Transport unserer Fahrgäste. Der/die U-Bahn-FahrerIn muss z.B. sicherstellen, dass beim Losfahren des Zuges keine Passagiere mehr ein- und aussteigen. Ein wichtiger Aspekt beim U-Bahnfahren ist aber vor allem das schnelle und richtige Reagieren bei Störungen. Für diesen verantwortungsvollen Job ist höchste Aufmerksamkeit und Konzentration gefragt, um die Sicherheit der Fahrgäste zu garantieren. Am Ende des Arbeitstages wird jeder Zug gründlich kontrolliert und vergessene Gegenstände abgegeben. Einer unserer KollegInnen erzählt euch in diesem Blogbeitrag, was ihm an seinem Job als U-Bahn-Fahrer am besten gefällt.

Neue Züge der U6

U-Bahnfahren: Challenge accepted!

Die U-Bahnzüge verkehren im Minutentakt, darum muss der Fahrplan zuverlässig und sekundengenau eingehalten werden. Einen kühlen Kopf bewahren heißt es vor allem dann, wenn einmal etwas nicht wie gewohnt funktioniert. Als Troubleshooter ist ein/e U-Bahn-FahrerIn für technische Störungen am Zug verantwortlich. Auch wenn es aus sonstigen Gründen zu einem Aufenthalt kommt, kümmern sich die U-Bahn-FahrerInnen um eine schnellstmögliche Weiterfahrt. Als Ansprechperson für unsere Fahrgäste gehört Spaß am Umgang mit anderen Menschen dazu. Fragen beantworten, Auskünfte geben und weiterhelfen sind tägliche Aufgaben.

Ist U-Bahnfahren nur was für Männer?

Eine U-Bahn wiegt rund 160 Tonnen und hat ganze 2.700 PS. Klingt nach einem richtigen Männerjob? Stimmt nicht. Statistisch gesehen sitzen zwar mehr Männer im Cockpit der U-Bahn, es gibt aber auch viele Frauen im Fahrdienst. Rund 20% der MitarbeiterInnen im U-Bahnbetrieb sind weiblich und wir heißen alle interessierten und motivierten Frauen herzlich willkommen! Schau dir dieses Video an, um die Geschichte der ersten U-Bahnfahrerin Wiens zu hören.

Im folgenden Video erzählt Claudia Polaschek über ihren Job als erste U-Bahn-Fahrerin Wiens:

U-BahnfahrerIn in Teilzeit

Wir hoffen, dieser Einblick in den täglichen Job einer U-Bahn-FahrerIn hat dir gefallen. Vielleicht haben wir sogar dein Interesse geweckt, eine Karriere als U-Bahn-FahrerIn bei den Wiener Linien zu starten? U-Bahnfahren geht übrigens auch als Nebenjob! 2019 hat die erste Teilzeit-Ausbildungsschule als Pilotprojekt gestartet.

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