WerkmeisterInnen – Die KoordinatorInnen auf den Baustellen

Yasin Erdogan koordiniert eine der derzeit wichtigsten Baustellen der Stadt: Die neue U5-Station Frankhplatz. Als Werkmeister hat er den Status Quo der Baustelle immer im Blick. Yasin ist eine wichtige Schnittstellen zu TechnikerInnen, BauleiterInnen sowie Fremdfirmen. Wir haben ihn zum Interview getroffen und über seinen spannenden Job gesprochen.

Seit einigen Wochen wird in der Landesgerichts-/Universitätsstraße bereits fleißig gegraben, gebohrt und betoniert. Hier entsteht gerade die U-Bahn-Station Frankhplatz, die die erste komplett neu errichtete Station der neuen Linie U5 und bis zur geplanten Verlängerung nach Hernals auch die Endstation sein wird.

Aus diesem Anlass haben wir mit dem Werkmeister Yasin Erdogan gesprochen, der gemeinsam mit seinen KollegInnen dafür zuständig ist, dass auf der Baustelle alles nach Plan läuft.

Yasin Erdogan ist bereits seit drei Jahren Werkmeister bei den Wiener Linien

Jeder Tag ist anders

Yasin arbeitet bereits seit drei Jahren als Werkmeister bei den Wiener Linien und an seiner Arbeit schätzt er besonders, dass kein Tag wie der andere ist: „Baustellen entwickeln sich von Tag zu Tag weiter. An einem Tag passieren zum Beispiel Vorarbeiten für die Bohrpfahlherstellung, am nächsten Tag wird betoniert und an einem anderen Tag findet der Aushub mit LKW und Bagger statt.“

Planmäßiges Arbeiten und die genaue Kenntnis, was wann und wo erledigt werden muss, ist wesentlich: „Vor meiner Zeit bei den Wiener Linien habe ich auf der Seite des Auftragnehmers gearbeitet. Deshalb weiß ich jetzt als Auftraggeber umso mehr, worauf ich achten muss, damit eine gute Zusammenarbeit gelingt. Man muss sich an alle Vorschriften halten.“ Yasin kontrolliert die Sicherheit auf der Baustelle sowie das Material, das geliefert wird. Hierbei ist es wichtig, genau zu überprüfen, ob die Fremdfirma auch tatsächlich die Menge in der richtigen Qualität liefert, die bestellt wurde. „Als Werkmeister muss man einen guten Überblick über die Baustelle haben, damit die Sicherheit gewährleistet ist und die erforderliche Qualität erzielt werden kann“, so Yasin.

Auf der Baustelle wird schon fleißig gegraben.

Eine Baustelle mitten in der Innenstadt

Besonders ist für Yasin auch, dass die Arbeiten direkt im Stadtzentrum passieren. Die Absprache mit den AnrainerInnen ist wesentlich. So mussten zum Beispiel vor Beginn Stationsbaues bei sieben Gebäuden in der näheren Umgebung die Fundamente und die Bodenplatten verstärkt werden. Das geschieht immer in Abstimmung mit den EigentümerInnen und MieterInnen der jeweiligen Häuser. Die Termine mit allen Anrainern sowie den Baufirmen vor Ort muss gut koordiniert werden.

So soll die U5-Station-Frankhplatz aussehen, wenn sie fertig ist

Das brauchts für den WerkmeisterInnen-Job

WerkmeisterInnen müssen auf alle Fälle wetterfest sein, denn sie sind – egal bei welchem Wetter- viel im Freien auf der Baustelle unterwegs. „Es kann sein, dass man einen ganzen Tag lang kein Tageslicht sieht. Das ist zum Beispiel so, wenn man die Arbeiten in den Tunneln kontrolliert. Auch wenn es regnet, sind wir WerkmeisterInnen draußen. Es ist aber alles nur eine Frage der richtigen Kleidung“, so Yasin. Bei den WerkmeisterInnen gibt es unterschiedliche Abstufungen. Über die Jahre hinweg kann man die Karriereleiter weiter nach oben klettern. Dann arbeitet man etwas weniger operativ und geht mehr in die fachliche Führung des WerkmeisterInnen-Teams. WerkmeisterInnen sind über alle Ebenen hinweg wichtige Schnittstellen zu den TechnikerInnen, BauleiterInnen sowie Fremdfirmen und haben den Status Quo der Baustelle stets im Blick.

Die Wiener Linien als Arbeitgeberin

Nach drei Jahren konnte sich Yasin schon ein sehr gutes Bild über die Wiener Linien als Arbeitgeberin machen: „An den Wiener Linien schätze ich besonders, die Verbundenheit mit der Stadt Wien und einen sicheren Arbeitgeber zu haben. Auch in Krisenzeiten, wie z.B. der Corona-Pandemie. Es wurde keiner der MitarbeiterInnen in Kurzarbeit geschickt. Das Gleitzeitmodell spricht mich sehr an. So kann ich mir mit Absprache unseres Projektleiters meine Arbeit flexibel einteilen. Außerdem bin ich stolz, dass ich mit meiner Baustelle nicht irgendeine Baustelle koordiniere, sondern eine der wichtigsten Klimaschutzprojekte der Stadt im nächsten Jahrzehnt!“

Doch wie wird man nun eigentlich WerkmeisterIn bei den Wiener Linien?

Um WerkmeisterIn zu werden, muss man eine Werkmeisterschule besuchen. Die gibt es für verschiedene technische Berufe, wie z.B. Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik und Bauwesen. In zwei Schuljahren (bzw. 4 Semestern) bereiten sich Fachkräfte, die bereits eine Lehre absolviert haben, auf die WerkmeisterInnenprüfung vor.

Koordinierst du gerne wichtige Projekte, bist gerne an der frischen Luft unterwegs und möchtest du Wien klimafreundlich mobil halten? Wir suchen über das Jahr verteilt immer wieder neue WerkmeisterInnen – offene Stellen und Infos zum Bewerbungsverfahren findest du auf unserer Karriereplattform.

Facts zur neuen U2xU5

Mit Fertigstellung der U2 bis Matzleinsdorfer Platz 2028 bekommt die U2 ab Schottentor einen neuen Streckentunnel und fährt dann ab der Knotenstation Rathaus über die Neubaugasse, Pilgramgasse, Reinprechtsdorfer Straße bis zur neuen Endstation Matzleinsdorfer Platz. Ab dann wird die Strecke zwischen Karlsplatz und Frankhplatz ausschließlich von der neuen, vollautomatischen U5 bedient.

Mit dem Öffi-Ausbau U2xU5 wächst nicht nur die Leistungsfähigkeit des gesamten Netzes, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz: Das CO2-Einsparungspotenzial vom Linienkreuz U2xU5 liegt bei bis zu 75.000 Tonnen jährlich. Um die gleiche Menge CO2 aufzunehmen, müssten augenblicklich 6 Millionen 30-jährige Bäume in Wien gepflanzt werden. Mit U2xU5 stärken wir das Zentrum der Wiener Öffis gewaltig – mit zusätzlichem Platz für 300 Millionen Öffi-NutzerInnen jährlich. Mehr aktuelle News gibt es auf der Website: www.wienerlinien.at/u2xU5

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