Voller Einsatz für die Fahrgäste

Als Chefin der Abteilung „Einsatzmanagement und Betriebsleitung Schiene“ sorgt Johanna Wiesholzer gemeinsam mit ihrem Team dafür, dass der Öffi-Betrieb auch bei Störungen weiterläuft. Ein fordernder Job mit enormer Verantwortung.

Über zu wenig Arbeit kann sich Johanna Wiesholzer wahrlich nicht beschweren. Seit 1. Dezember leitet sie die Abteilung „Einsatzmanagement und Betriebsleitung Schiene“ bei den Wiener Linien. Somit ist sie eine der ersten österreichischen Betriebsleiterinnen im Eisenbahnbereich überhaupt.

„Bei bis zu 900 Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen, die gleichzeitig im Netz unterwegs sind und täglich rund 214.000 Kilometer abspulen, ist das ein sehr abwechslungsreicher Job“, betont die gebürtige Bad Ischlerin.

Wenn man bedenkt, dass die Wiener Öffis 365 Tage im Jahr sowie bei im Schnitt mit rund 2,6 Millionen Fahrgästen täglich unterwegs sind, kann man erahnen, dass ihr Job eine enorme Verantwortung mit sich bringt. Im Einsatzmanagement stellt sie gemeinsam mit ihrem Team sicher, dass Einsatzkräfte im Ernstfall koordiniert, Störungen behoben und Fahrgäste informiert werden. Insgesamt 122 Mitarbeiter­Innen sind in diesem Bereich im Außendienst oder an den Bildschirmen tätig.

Johanna Wiesholzer in der Wiener Linien Leitstelle
Johanna Wiesholzer in der Wiener Linien Leitstelle

Einsatz

Größere Katastrophen kommen glücklicherweise selten vor. Besonders häufig stören falsch geparkte Autos den Öffi-Betrieb, aber auch Verkehrsunfälle, Demonstrationen oder erkrankte Fahrgäste sorgen regelmäßig für Einsätze.

Ob es ein Erlebnis gibt, das ihr besonders in Erinnerung geblieben ist? „Den 16. Dezember 2019 werde ich wohl niemals vergessen“, erzählt Wiesholzer. Als Folge von Schleifarbeiten fing ein tonnenschwerer Kabelstrang im Bereich der U1-Station Karlsplatz Feuer. Der Rauch stieg bis in die Röhren von U2 und U4 – an einen U-Bahn-Betrieb war nicht mehr zu denken. Eine Woche lang konnte die U1 zwischen Karlsplatz und Stephansplatz nicht fahren und das in der Vorweihnachtszeit, wo besonders viele Menschen mit den Öffis unterwegs sind.

Gerade bei solchen Einsätzen ist es wichtig, schnell zu reagieren und dennoch immer Ruhe zu bewahren, beschreibt Wiesholzer. Durch rasches Handeln und einer guten Koordination zwischen allen Einsatzkräften konnte damals Schlimmeres verhindert werden. Schon nach wenigen Stunden konnten die U2 und die U4 wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Teamwork

Auch die Ursachenforschung gehört zu ihrem Job-Profil. „Es geht vor allem darum, herauszufinden, wo die Fehler entstanden sind, damit sie in Zukunft nicht mehr vorkommen. Dadurch haben wir im Einsatzmanagement ein wenig CSI-Charakter“, so die Betriebsleiterin.

Auch mit dem Funkwagenteam ist sie im engen Austausch
Auch mit dem Funkwagenteam ist sie im engen Austausch

Was man für ihren Job mitbringen muss? „Neben starken Nerven ist vor allem Organisationstalent wichtig“, sagt sie. Gutes Teamwork ist natürlich ebenfalls unerlässlich.

Werdegang

Seit 2008 ist die Oberösterreicherin, die mit ihrer Frau und ihren zwei Kindern im Wienerwald lebt, bei den Wiener Linien tätig. Nach zahlreichen betrieblichen Aus- und Weiterbildungen im Eisenbahnbereich und im Betriebsmanagement verantwortet sie als stellvertretende Leiterin unter anderem die betriebliche Ausbildung, das betriebliche Netzmanagement und zuletzt als Stellvertreterin des Betriebsleiters auch das Betriebsleiterbüro.

Seit 2019 ist Wiesholzer eine der ersten Krisenstabsleiter­innen Österreichs. Sie sorgt etwa dafür, dass Wien auch während der Coronakrise mobil bleibt. Als Expertin der Wiener Linien organisierte sie mit der Stadt Wien während der Flüchtlingskrise 2015 Sonderfahrten für Flüchtlinge. „Mit der 13-jährigen Erfahrung in verschiedenen Wiener Linien Bereichen ist Johanna Wiesholzer die perfekte Wahl für den sehr verantwortungsvollen Job als Betriebsleiterin“, unterstreicht Wiener Linien Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.

Erschienen in der Februarausgabe des vormagazins, Text: Andreas Cavar.

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