Unter uns

Wir glauben oft, wir stehen auf festem Grund. Doch das stimmt nicht. Selbst an den historischsten Ecken der Stadt gibt es unter unseren Füßen sehr viel zu entdecken. U-Bahnen, Kanäle, Stromleitungen, Keller und vieles mehr. Sie sind die Lebensadern unserer Stadt. Wir blicken in den Wiener Untergrund.

Unter der Erde, da ist in Wien sehr viel los, und damit sind längst nicht nur die fünf U-Bahn- Linien gemeint, die die Stadt kreuzen und die Außenbezirke mit der Innenstadt verbinden (und umgekehrt). Unter der Erde fließen Wasser und Kanal, es fließt der Strom in unterschiedlichen Stärken, das Gas, die Leitungen für die Fern- wärme und in der Innenstadt wird sogar gerade noch ein Fernkältenetz verlegt, natürlich ebenfalls unterirdisch. Dazu kommen noch private Keller und historische Katakomben, und weil Wien eine sehr alte Stadt ist, liegen unter der Erde noch viele Erinnerungen an die Vergangenheit. In manchen Gegenden wurden im Laufe der Jahre sogar Bäche tiefer gelegt, damit oberirisch mehr Platz ist für Straßen, Wege, Wohnhäuser und Parks.

Es geht um die Versorgungssicherheit

Aber so überraschend ist es gar nicht, was sich unter uns alles tut. Denn eine Millionenmetropole wie Wien kann in weiten Teilen nur so versorgt werden. Weil hier die wichtige Infrastruktur am besten geschützt ist. Das ist gut so. Und gibt einem das Gefühl von Sicherheit

Stephansdom

U-Bahn-Knoten: Unter dem Vorplatz geht es 27 Meter und vier Etagen nach unten – an Wiens zentralstem U-Bahn-Knotenpunkt mit täglich bis zu 220.000 Fahrgästen.

Der Stephansdom. Jeder Zentimeter atmet hier Geschichte: Schon die Römer lebten hier, in der Tiefe unter dem Platz finden sich deswegen römische Gräber, die man bei Grabungsarbeiten immer wieder findet. Vom Dom ausgehend gibt es mehrere Geschoße sogenannter Katakomben, also Kellerräume und Gänge, die alle ineinander übergehen. Bis nach 1945 konnte man bis zum Schwedenplatz unterirdisch kommen. Heute sind die Durchgänge zugemauert. Seit 1978 gibt es hier die wohl bekannteste U-Bahn-Station, hier treffen sich die U1 und die U3, die die Außenbezirke mit der Innenstadt verbinden. Und auch wenn es hier so historisch ist, unter dem Stephansplatz fließen alle Leitungen, die eine smarte Stadt braucht. Im Dom gibt es sogar eine eigene Trafostation der Wiener Netze, die Dom und Nachbargebäude mit nachhaltigem Strom versorgt.

Von alten Römern und neuer Technik: Donaukanal

Auf 17 Metern unter dem Wasserspiegel kreuzt die U1 Richtung Schwedenplatz

Am Donaukanal. Eigentlich ist die Urania ja eine Sternwarte, viel spannender ist aber, was sich hier unter der Erde abspielt. Unter dem Donaukanal quert die U1 und oben, rund um die Alte Post, laufen die Prozesse zur Erzeugung und Verteilung von Fernkälte zusammen. Das Fernkältenetz zieht sich dann rund um die Innenstadt. Bei den Grabungsarbeiten stießen die Arbeiter*innen übrigens auch auf Reste des römischen Wien.

U2xU5 Update

Auch im Zuge der U2xU5 wird zurzeit schon kräftig in die Tiefe gebohrt! Die Bohrpfähle sind die Stützen der unterirdischen Außenmauern. Somit sind diese massiven Bohrungen essenziell für den U-Bahnbau. In diesem Video könnt ihr sehen, was gerade beim Rathaus passiert:

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Rund 50.000 Menschen leben und arbeiten im Einzugsgebiet vom Matzleinsdorfer Platz und werden zukünftig direkt von der neuen U2-Station profitieren. Durch die Anbindung der neuen U2 an die S-Bahn-Stammstrecke können viele tausende tägliche PendlerInnen aus dem Süden künftig auch hier in die U-Bahn Richtung Zentrum umsteigen. 30 Meter tief ist das Loch am Matzleinsdorfer Platz bereits:

Der Öffi-Ausbau U2xU5 macht nicht nur das gesamte Netz leistungsfähiger, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz: Das CO2-Einsparungspotenzial vom Linienkreuz U2xU5 liegt bei bis zu 75.000 Tonnen jährlich. Um die gleiche Menge CO2 aufzunehmen, müssten augenblicklich 6 Millionen 30-jährige Bäume in Wien gepflanzt werden. Mit U2xU5 stärken wir das Zentrum der Wiener Öffis gewaltig – mit zusätzlichem Platz für 300 Millionen Öffi-NutzerInnen jährlich. Mehr aktuelle News gibt es auf der Website: www.wienerlinien.at/u2xU5

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Kommentare (2)

  • Werden die neuen Stationen mit Bahnsteigen zum getrennten Ein- und Aussteigen . Die Fahrgastzuwächse und die Verjüngung wird zwar nicht mehr Platz in den Waggons schaffen, aber mehr Platz auf den Steigen entlang den vielen Knotenpunkten an den U2xU5 Strecken.

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