In diesem Blogbeitrag erklären wir, warum es manchmal etwas länger dauern kann, bis eine Rolltreppe wieder in Betrieb ist.

Rolltreppen und was dahinter steckt

„Warum ist die Rolltreppe noch immer defekt?“ Solche Anfragen erhalten wir oft. Um Klarheit zu schaffen, haben wir uns mit der Thematik näher beschäftigt und die häufigsten Fragen zusammengefasst, warum es manchmal etwas länger dauern kann, bis eine Anlage wieder in Betrieb ist.

Insgesamt haben wir über 350 Rolltreppen in unserem Netz. Die Verfügbarkeit liegt bei rund 97%. Um diesen sehr hohen Wert auch halten zu können, warten wir unsere Rolltreppen und Aufzüge laufend. Monatlich erfolgt eine Wartung, die im Schnitt bis zu vier Stunden dauern kann. Alle zweieinhalb Jahre gibt es ein großes Service, das einige Tage in Anspruch nehmen kann. Bei besonders langen Rolltreppen können diese Arbeiten auch bis zu zehn Tage dauern. Nur durch laufende Wartung können Rolltreppen möglichst lange und zuverlässig in Bewegung sein. Dennoch sind Ausfälle nicht immer vorherzusehen und zu verhindern.

Sicherheit geht vor

Jede Rolltreppe verfügt über ca. 20 Sicherheitseinrichtungen, die einen gefahrlosen Betrieb gewährleisten. Sobald eine dieser Einrichtungen anspricht, schaltet sich die Anlage aus Sicherheitsgründen ab. Fremdkörper in der Anlage können diese Sicherheitseinrichtungen zum Auslösen bringen. Gerade Rolltreppen, die ins Freie führen, wie etwa bei U-Bahn-Stationen, sind störanfälliger. Streusplit im Winter ist eine der häufigsten Ausfallursachen.

Sobald eine Rolltreppe ausfällt, schickt die Anlage automatisch eine Störmeldung in die Leitstelle der Wiener Linien. Dort leiten KollegInnen weitere notwendige Schritte ein, damit die Rolltreppe so schnell wie möglich wieder funktionstüchtig ist. Den aktuellen Status einer Rolltreppe können Fahrgäste im Störungsfall, aber auch bei geplanten Wartungen auf unserer Webseite nachverfolgen. Bei Rolltreppen ist der aktuelle Status 30 Minuten nach dem Ausfall online ersichtlich, um der Stationsaufsicht noch die Möglichkeit zu geben, einen Fehler zu beheben.

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Warum es manchmal etwas länger dauert

Jede Rolltreppe ist eine Sonderanfertigung. Sie ist in Hubhöhe, Neigung, Länge und Stufenbreite einzigartig und genau für die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Station geschaffen. Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn zwei oder mehr Rolltreppen nebeneinander laufen, dann sind diese ident. Ansonsten ist jede Rolltreppe in unserem Netz ein Unikat. Die Reparatur einer Rolltreppe dauert deswegen manchmal länger, weil Ersatzteile maßangefertigt oder beispielsweise bei einer Getriebereparatur aufwendig wieder in Stand gesetzt werden müssen. Ersatzteile sind leider keine "Produkte von der Stange", die man rasch im Vorbeigehen im Baumarkt kaufen kann. Und viele Ersatzteile sind auch sehr teuer, manche kosten tausende Euro. Da die Teile so individuell sind, kann man auch nicht für jede Rolltreppe und jedes Teil ein Ersatzteillager auf Vorrat haben.

Für die Reparatur einer Rolltreppe müssen wir manchmal spezielle Ersatzteile anfordern. Daher kann es länger dauern, bis die Anlage wieder verfügbar ist.
Für die Reparatur einer Rolltreppe müssen wir manchmal spezielle Ersatzteile anfordern. Daher kann es länger dauern, bis die Anlage wieder verfügbar ist.

Ist tatsächlich etwas kaputt, wird das beschädigte oder abgenutzte Teil ausgebaut und zu einer externen Firma zur Reparatur geliefert. Mitunter kann es hier zu Wartezeiten von mehreren Tagen kommen, da die Firma auch Aufträge anderer Unternehmen hat. Daher braucht die Lieferung von Ersatzteilen mitunter etwas länger. Das wirkt sich entsprechend auf die Dauer der Reparatur der Rolltreppe aus.

Auch bei einem Sturz auf der Rolltreppe, wird diese außer Betrieb genommen. Der TÜV überprüft dann, ob die Rolltreppe technisch einwandfrei funktioniert. Erst wenn der TÜV seine Freigabe gibt, können wir sie wieder in Betrieb nehmen.

„Nie sieht man jemanden an der Rolltreppe arbeiten!"

Für die Steuerung und meist auch den Motor gibt es in den Stationen eigene Räume, die abseits im Verborgenen liegen. Dort passiert die meiste Arbeit, nicht direkt an der Rolltreppe. Das ist auch der Grund, warum oft keine ArbeiterInnen zu sehen sind. Viele Arbeiten passieren außerdem in der betriebslosen Zeit spätnachts. Dadurch entsteht meist der irrtümliche Eindruck, dass gar nicht an der Anlage gearbeitet wird.

Nicht immer sind ArbeiterInnen zu sehen, da sie oft entweder in eigenen Betriebsräumen oder in der Nacht tätig sind.
Nicht immer sind ArbeiterInnen zu sehen, da sie oft entweder in eigenen Betriebsräumen oder in der Nacht tätig sind.

Bei großen Wartungen versuchen wir, immer nur eine Rolltreppe außer Betrieb zu nehmen, wenn mehrere Anlagen nebeneinander laufen.

"Ein ewiges Auf und Ab"

Generell kann eine neue Rolltreppe in beide Richtungen betrieben werden. Wenn sie allerdings über viele Jahre in dieselbe Richtung fährt, können wir die Fahrtrichtung nicht mehr ändern. Das gesamte Führungssystem und die Lager sind dann bereits in diese eine Richtung eingelaufen. Einzelteile werden mit der Zeit abgenützt, sodass der Betrieb nur mehr in eine Richtung möglich ist. Außerdem würde eine Richtungsänderung zu Verwirrung und zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Besonders blinde und sehbehinderte Fahrgäste nutzen ihnen bekannte Wege. Wird eine Rolltreppe allerdings vormittags und nachmittags aufgrund des erhöhten Fahrgastaufkommens immer wieder umgestellt, ist es kein Problem die Fahrtrichtung dieser Rolltreppe zu ändern.

Nicht alle Rolltreppen lassen sich beliebig in Aufwärts- oder Abwärtsrichtung stellen.
Nicht alle Rolltreppen lassen sich beliebig in Aufwärts- oder Abwärtsrichtung stellen.

Rolltreppen-Infos online abrufbar

Informationen zu Reparaturen oder Wartungsarbeiten an unseren Rolltreppen gibt es wie bereits erwähnt auf unserer Website www.wienerlinien.at. Direkt auf der Startseite sind alle aktuellen Störungsinformationen zu Rolltreppen und auch den Aufzügen zu finden, gleich neben den Informationen über Verspätungen und Störungen im gesamten Netz der Wiener Linien.

Weiters zeigen wir auf unserer Homepage auch geplante Wartungen von Aufzügen und Rolltreppen ein paar Tage im Voraus an. Diese Infos stellen wir auch in unserer Handy-App WienMobil zur Verfügung.

 „Good to know" – was man noch wissen sollte

Alle Rolltreppen im Netz der Wiener Linien fahren mit einer Geschwindigkeit von 0,65m/s, das entspricht 2,34km/h.

Insgesamt sind 30 MitarbeiterInnen an 365 Tagen im Jahr für die Wartung und für den Störungsdienst der Rolltreppen im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass eine Rolltreppe nach durchschnittlich 25 Jahren Betrieb ca. 400.000 Kilometer zurückgelegt hat und Millionen Fahrgäste sicher und bequem befördert wurden.

Noch ein Hinweis: Kinderwägen sind wegen der Sturzgefahr nicht auf Rolltreppen zugelassen, hierfür gibt es Aufzüge um sicher vom Bahnsteig auf die Oberfläche zu gelangen.

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Kommentare (14)

  • Grundsätzlich alles verständlich und nachvollziehbar. Danke für die Info!
    Aaaaber was ich ganz und gar nicht verstehe: Was ist mit der mittleren Rolltreppe zwischen U1 Hauptbahnhof und Passage los?
    Einen Tag läuft sie, einen Tag steht sie, einen Tag läuft sie… Oft funktioniert sie in der Früh noch ganz normal und am Abend steht sie wieder. Das geht seit mind. 2 Monaten so.
    Das interessante ist, dass sie in den Zeiten wo sie still steht nicht abgesperrt wird. Das führt dann zu kuriosen Situationen, wo sie dann wie eine normale Treppe von Menschen gleichzeitig (!) in beide Richtungen (!) benutzt wird.

    Nichtsdestotrotz: Vielen Dank für den täglich fast perfekten Betrieb unserer Öffis! <3

    • Alle 3 Rolltreppen beim U1 Hauptbahnhofaufgang zur Passage habe ich seit Oktober 2018 sehr selten gleichzeitig in Betrieb gesehen. Als Tagespendler muss man nun wieder mehr Zeit einplanen, da sich oft eine Schlange von 15 m bildet bis man zur Rolltreppe kommt. Dieser Schaden wäre leichter zu ertragen, wenn zumindest die Aufzüge gleichzeitig und nicht gegengleich fahren würden.

      Bei neuralgischen Punkten wie z.B. Hauptbahnhof sollte die Eigentümerin nicht wegschauen sondern eine dauerhafte Lösung finden.

      • Hallo, wir planen die Anlage beim Hauptbahnhof komplett zu erneuern. Aufgrund der Lage der Rolltreppe ist es eine recht aufwändige Baustelle, die einige Vorlaufzeit benötigt.

    • Hi, grundsätzlich ist es uns auch lieber, wenn alle unsere Anlagen in Betrieb sind. Jedoch kann es auch abseits der Wartungsarbeiten zu Abschaltugen kommen, die immer aus Sicherheitsgründen passieren. Falls der Notstopp betätigt wurde, steht die Anlage still und unsere Fachabteilung checkt die Rolltreppe durch. Über den Status der Anlage kannst du dich auf der Homepage informieren: https://www.wienerlinien.at/eportal3/ep/programView.do?channelId=-58157&programId=176744

  • Wieso kann das sein das die rolltreppe auf der hausfeldstrasse alle 2 Tage ausser Betrieb ist? 1 Tag funktioniert sie und am späten Nachmittag ist sie wieder ausser Betrieb. Das alle 2 bis 3 Tage.

  • Warum, wenn die Rolltreppe, die nach oben fährt, kaputt ist, ändern Sie nicht die Richtung derjenigen, die nach unten fährt?
    Jeder weiß, dass es schwieriger ist, eine Treppe hinaufzugehen, als sie hinunterzugehen.
    Alle Fahrtreppen sind so ausgestattet, dass sie in beide Richtungen fahren können.

    • Hallo, grundsätzlich schon, aber es fahren nur einige Rolltreppen in beide Richtungen. Wenn eine Rolltreppe einmal längere Zeit auf eine Richtung eingefahren ist, kann das Schalten in die andere Richtung zu stärkeren Abnutzungen führen.

  • Blöder Tipp: Diesen (sehr informativen) Text in einen kleinen Folder packen und bei den Rolltreppen in Reparatur zur Entnahme platzieren.
    Auch mit der Überschrift: „Warum dauert diese Rolltreppen-Reparatur so lange?“
    Oder wie das Video „Warum sind Rolltreppen immer kaputt?“.
    Vielen herzlichen Dank!

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