Das Strandbad Alte Donau von oben (Foto: MA44)

Nächster Halt: Badespaß – mit dem 20B ins kühle Nass

Er ist der Exot unter den Wiener Buslinien. Nur vier Monate im Jahr fährt der 20B, dennoch ist er unverzichtbar. Mit ihm erreicht man mehrere Bademöglichkeiten entlang der Arbeiterstrandbadstraße im 21. Bezirk. Deshalb gilt er umgangssprachlich als Bäderbus. In diesem Blog stellen wir euch die Besonderheiten der Linie vor, die zwischen der U6-Station Neue Donau und U1-Station Alte Donau fährt.

U1 und U6 - zwei U-Bahn-Linien, mit denen man gerade im Sommer schnell ans Wasser kommt. Dazwischen, entlang der Alten Donau, befinden sich viele Bäder und frei zugängliche Bademöglichkeiten. Hier fährt der von Gschwindl betriebene 20B und sorgt in den warmen Monaten für kurze Wege. Am dritten Samstag im Mai startet der Bäderbus in seinen Sommereinsatz. Die Fahrt von der U6-Station Neue Donau zur U1-Station Alte Donau dauert sieben Minuten und umfasst fünf Haltestellen. Auf der 2,6 Kilometer langen Strecke passiert der Bus vier Bäder, zwei große und frei zugängliche Liegewiesen und unzählige Freizeitmöglichkeiten.

Der Bäderbus fährt über die Arbeiterstrandbadstraße entlang der Alten Donau. Foto: Richard Walde
Der Bäderbus fährt über die Arbeiterstrandbadstraße entlang der Alten Donau. Foto: Richard Walde

Angelibad und Lagerwiese Romaplatz - Paradies für Sportfreunde und Familien

Bei der U6-Station Neue Donau schnell in den 20B gesprungen und nach nur zwei Minuten an Bord gibt es den ersten Halt. Hier befindet sich das städtische Angelibad. Es bietet neben der Schwimmmöglichkeit in der Oberen Alten Donau auch ein Kleinkinderbecken und mehrere Sportplätze. 1920 öffnete das Bad, 1948 brannte es nahezu komplett nieder. Nur ein Jahr später feierte es seine Wiedereröffnung und bietet seitdem Platz für bis zu 3.500 BesucherInnen.

Gleich neben dem Angelibad lädt die Lagerwiese am Romaplatz zu einer kostenlosen Abkühlung ein. Zahlreiche Bäume sorgen für den nötigen Schatten, der im Sommer vor nervigen Sonnenbränden schützt. Dazu gibt es eine öffentliche Toilette und einen kleinen Imbiss-Stand.

Von der Lagerwiese hat man eine tolle Aussicht auf die Alte Donau und die Franz-von-Assisi-Kirche. Foto: Richard Walde
Von der Lagerwiese hat man eine tolle Aussicht auf die Alte Donau und die Franz-von-Assisi-Kirche. Foto: Richard Walde

Arbeiterinnenstrand - Große Liegewiese für alle

Weiter geht es entlang Arbeiterstrandbadstraße und vorbei am Eisenbahner-Strandbad und dem Club Danube. Nach weniger als drei Minuten erreicht der Bäderbus die nächste Haltestelle. Hier befindet sich zwar kein Freibad, aber der riesige ArbeiterInnenstrand ist dennoch ein beliebtes Erholungsgebiet.

Nicht nur für ArbeiterInnen ist die 23.000 m2 große Liegewiese seit 2015 frei und kostenlos zugänglich, sondern für jeden und jede. Damals kaufte sich die Stadt Wien die Uferfläche des ehemaligen Arbeiterstrandbades zurück und gestaltete diese um. Mitte der 1980er wurde das öffentliche Bad geschlossen und an eine Privatperson verpachtet. Diese gab das Areal jedoch 2014 zurück.

Nicht weit entfernt vom ArbeiterInnenstrand befindet sich der Donauturm. Foto: Richard Walde
Nicht weit entfernt vom ArbeiterInnenstrand befindet sich der Donauturm. Foto: Richard Walde

Strandbad Alte Donau – Eine Institution seit 100 Jahren

Nur wenige Meter weiter fährt der Bus das städtische Strandbad Alte Donau an. Das Bad feiert 2018 sein einhundertjähriges Jubiläum. Hier werden vor allem Kinder glücklich. Denn neben einem Nichtschwimmer- und Kinderplanschbecken, gibt es auch einen flachen Kieselstrand. Hungrige Wasserratten können sich im Restaurant stärken, das neben den klassischen Imbiss-Speisen auch ein vielfältiges Frühstück und zahlreiche Salate anbietet.

Auf den Liegewiesen machen es sich auch Schwäne bequem. Foto: Richard Walde
Auf den Liegewiesen machen es sich auch Schwäne bequem. Foto: Richard Walde

Bundesbad - Vom Militärtrainingslager zum Familienbad

Die ehemalige Militärschwimmschule Alte Donau ist das letzte Badeparadies entlang des 20B und auch schon 99 Jahre alt. Heute heißt es Bundesbad. Besonders berühmt ist der alte Holzsteg, der zum gemütlichen Sitzen und Reinspringen einlädt. Die Bundeshauptmannschaft erneuerte ihn erst in diesem Jahr. Schwimmbecken besitzt das sechs Fußballfelder große Bundesbad zwar keines. Dafür aber eine große Sportwiese, Tischtennis-Tische und auch ein Restaurant mit einem breiten Angebot für den großen und kleinen Hunger.

Vom nagelneuen Steg des Bundesbads bis zur U1 sind es nur wenige hundert Meter. (Foto: Burghauptmannschaft Österreich)
Vom nagelneuen Steg des Bundesbads bis zur U1 sind es nur wenige hundert Meter. (Foto: Burghauptmannschaft Österreich)

Und schon ist die U1 erreicht

Bei der Station Alte Donau endet unsere Fahrt nach nur sieben Minuten. Zu weiteren Freizeitmöglichkeiten, zum Beispiel auf die Donauinsel, fährt hier die U1. Für den Bus geht es nach wenigen Minuten wieder zurück – über mehrere Freibäder und Strände, bis zur U6. Der 20B ist übrigens bei jedem Wetter unterwegs. Winterpause hat der Bäderbus übrigens wieder nach dem zweiten Sonntag im September, wenn es zum Baden zu kalt wird. Sind euch die Bäder und Strände entlang der Alten Donau nicht genug, haben wir für euch eine interaktive Karte mit weiteren Freibädern parat.

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