Der 14A fährt von der Neubaugasse bis zum Reumannplatz.

Linienportrait 14A

In knapp 20 Minuten fährt der 14A 16 Haltestellen an und verbindet drei Bezirke. Von der belebten Mariahilfer Straße bis zum nicht weniger belebten Reumannplatz schlängeln sich seit Oktober neue Gelenkbusse. Wir haben die wichtigsten Haltestellen ausgeforscht.

Seit 1. Oktober 2018 sind neue Gelenkbusse auf der Linie 14A unterwegs.
Seit 1. Oktober 2018 sind neue Gelenkbusse auf der Linie 14A unterwegs.

Die Mariahilfer-Straßen-Tangente

Die Reise beginnt an Österreichs Shoppingmeile Nummer 1: der Mariahilfer Straße. Während der 14A die Straße nur leicht „berührt“, traut sich der Linienbruder 13A im Schrittempo drüber und teilt sich den Weg mit mehr als 50.000 Menschen – pro Tag! Seit ihrem Bestehen hatte die Straße viele Namen: Kremser Straße, Bayrische Landstraße, Laimgrubner Hauptstraße, Fünfhauser Hauptstraße, Schönbrunner Straße und Penzinger Straße.

Seit einigen Jahren ist ein Großteil der inneren Mariahilfer Straße eine Begegnungszone, sprich FußgängerInnen und Auto und RadfahrerInnen teilen sich die Straße. Der 14A hält direkt beim U-Bahn-Ausgang U3 Neubaugasse und bringt damit seine Fahrgäste ins Herz der Mahü.

Zuerst Zoo, dann Kino?

Die nächste Haltestelle „Haus des Meeres“ ist auch zu Fuß in nur wenigen Schritten erreichbar und einen Besuch wert. Der Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg wirkt inmitten der Stadt fehl am Platz. Der riesige Stahlbetonklotz ist einer von insgesamt sechs in Wien. Sie wurden zwischen 1942 und 1945 als  Luftschutzanlagen mit aufmontierten Flugabwehrgeschützen errichtet. Alle sechs Hochbunker sind heute noch erhalten und dienen weit schöneren Dingen, als es ihre ursprüngliche Bestimmung gewesen wäre. Zum einen werden sie als Lager benutzt oder sind Kunstwerk. Auf dem wohl bekanntesten Flakturm wurde 1991, im Rahmen der Wiener Festwochen, der Anti-Kriegs-Spruch „Smashed to pieces in the still of the night / Zerschmettert in Stücke im Frieden der Nacht“ angebracht.

Bekannt macht diesen Turm aber nicht nur diese Aufschrift. Vielmehr sind es die mehr als 10.000 Tiere, die hier auf über 5.000 Quadratmetern leben. Neben Haien, Rochen, Quallen, Seesternen und anderen Meeresbewohnern gibt es im Tropenhaus-Zubau auch Vögel und Affen zu bestaunen. Mit über 600.000 Besuchern im Jahr 2017 stellt das Haus des Meeres eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien dar. Alle Infos und die Öffnungszeiten findet ihr hier. Das benachbarte Foltermuseum und die Kletteranlage an der Turmwand laden ebenfalls zum Besuch ein.

Übrigens: wer einen unglaublichen Blick über Wien haben will, der möge sich in das ocean'sky begeben. Das Café auf dem Haus des Meeres lädt zum Verweilen ein. Aber Bilder sagen bekanntlich mehr...

Vis-à-vis des Haus des Meeres befindet sich eines der größten Kinos Österreichs, das Apollo Kino. Erbaut wurde es 1904. Damals als Theater und Varieté, in dem unter anderem Charlie Chaplin und Marlene Dietrich auftraten. 1929 wurde es zu einem Kino mit 1.500 Sitzplätzen umgebaut. Nach zahlreichen weiteren Umbaumaßnahmen, die letzte erfolgte 1996, beherbergt es heute zwölf Kinosäle mit insgesamt 2.160 Kinosesseln.

Entlang der zukünftigen U2-Linie

Entlang der Route des 14A entstehen derzeit viele Baustellen für das U2xU5 Projekt. Ins Auge sticht dabei besonders der künstlerisch gestaltete Bauzaun bei der Station Pilgramgasse. Die Reinprechtsdorfer Straße, die der 14A entlang fährt, bekommt eine eigene U-Bahn-Station. Beim Matzleinsdorfer Platz, dort wo die Busse unter der Zugbrücke stehen bleiben, fand Anfang Oktober der Spatenstich statt.

Evangelischer Friedhof

In unmittelbarer Nachbarschaft der U2xU5-Baustelle am Matzleinsdorfer Platz befindet sich der Evangelische Friedhof. Er wurde am 7. April 1858 eingeweiht. Markant ist die Christuskirche, die einem auch beim Blick aus dem 14A schon auffällt. Von 1858 bis 1860 errichtet, erstrahlt die Kirche auch heute noch in vollem Glanz. Ein klein wenig erinnert der Evangelische Friedhof an den Zentralfriedhof, den wir in unserem Linienportrait zum 71er besucht haben.

Hier ist die Christuskirche von der U2xU5 Baustelle aus zu sehen.
Hier ist die Christuskirche von der U2xU5 Baustelle aus zu sehen.

Baden am Reumannplatz

„Jakob Reumann (1853-1925) Erster sozialdemokratischer Bürgermeister Wiens 1919 – 1923“ steht auf dem blauen Schild an jenem Platz, der ihm gewidmet ist. Schon wenige Wochen nach dem Tod des Bürgermeisters wurde der Platz im 10. Wiener Gemeindebezirk, der vormals Bürgerplatz hieß, umbenannt. Mehr als 50 Jahre später, 1979, wurde der Reumannplatz so umgebaut und gestaltet, wie wir ihn heute kennen. Durch den U-Bahn-Bau war und ist dieser Platz in Favoriten ein wichtiger Öffi-Verkehrsknoten. Bis zum 2. September 2017 war der Reumannplatz die Endstation der Linie U1. Insgesamt neun verschiedene Linien fahren hier her: neben der U1 auch die Linien 6, 67, 7A, 14A, 65A, 66A, 68A und 68B.

Ein Schild weist auf den Namensgeber hin, Jakob Reumann.
Ein Schild weist auf den Namensgeber hin, Jakob Reumann.

Die Hausnummer 23 gehört zum wohl schönsten Gebäude am Platz, dem Amalienbad. Es wurde von 1923 bis 1926 erbaut und galt zur damaligen Zeit als größte und modernste Badeanstalt in Mitteleuropa. Hervorzuheben ist, neben den vielen Statuen und Skulpturen an der Fassade, vor allem die Innenarchitektur im Art-Déco-Stil. Bevor es im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, besaß es ein bewegliches Glasdach, das in nur drei Minuten geöffnet werden konnte.

Wer das von 1979 bis 1986 erneuerte Bad besuchen möchte, kann bequem mit der U1 anreisen oder sich, wie wir, im 14A auf eine Spazierfahrt durch Wien begeben.

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