Am Vienna City Marathon treten jedes Jahr rund 40.000 LäuferInnen an. © Leo Hagen

Läuft bei uns – die Wiener Linien und der Marathon

Der Vienna City Marathon ist ein Pflichttermin für alle Lauf-Fans. Aber auch ein organisatorisch herausfordernder Tag für die MitarbeiterInnen der Wiener Linien. Wie genau das abläuft, verrät ein Blick hinter die Kulissen.

Mehr als 40.000 LäuferInnen aus über 120 Nationen, hunderttausende Fans – und mittendrin auch die Öffis. Denn zum einen müssen LäuferInnen, Verwandte und Bekannte zum Start und zum Anfeuern entlang der 42,195 Kilometer langen Strecke gebracht werden. Und zum anderen viele Bus- und Straßenbahnlinien entlang der Laufstrecke umgeleitet bzw. kurzgeführt werden. Das alles ist der Vienna City Marathon.

Lauf-Fans setzen am Tag des Marathons vor allem auf die U-Bahn.
Lauf-Fans setzen am Tag des Marathons vor allem auf die U-Bahn.

Nach dem Marathon ist vor dem Marathon

Zwar ist nach 35 Jahren Erfahrung die Organisation schon eine gelernte Sache – dennoch steckt viel Arbeit dahinter. Die Planung beginnt bei den Wiener Linien eigentlich schon unmittelbar nach dem Lauf-Event des Vorjahres. Nämlich mit einer Nachbesprechung. Was ist gut gelaufen und was können wir nächstes Jahr noch verbessern? Die Überlegungen fließen dann in die Vorbereitungen für das folgende Jahr ein.

Die ersten Planungen finden bereits im Spätherbst statt. Die richtig heiße Phase beginnt dann rund drei bis vier Monate vor dem Marathon. Bis zu zehn Abteilungen – von Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Betrieb bis zur Fahrgastinformation – sind involviert, damit am Marathontag selbst alles glatt läuft.

Eigens erstellte Fahrpläne informieren die Fahrgäste über Linienführungen und Sperren während des Vienna City Marathons.
Eigens erstellte Fahrpläne informieren die Fahrgäste über Linienführungen und Sperren während des Vienna City Marathons.

600 Info-Tafeln informieren die Fahrgäste

Eine gut 42 Kilometer lange Strecke quer durch Wien, das bedeutet auch Änderungen für die Busse und Straßenbahnen. Für die betroffenen Linien werden eigene Fahr- und Dienstpläne erstellt. Aufgrund der vielen Linienteilungen und Umleitungen ist das eine durchaus knifflige Aufgabe.

Etwa eine Woche vor dem Marathon bringen die KollegInnen von der Fahrgastinformation ca. 600 Info-Tafeln bei allen betroffenen Haltestellen an. Damit sind alle Fahrgäste schon rechtzeitig vor dem Marathon über eventuelle Umleitungen oder Einschränkungen informiert und können somit im Vorhinein eine alternative Route planen.

Am Tag des Marathons sind 90 zusätzliche MitarbeiterInnen im Einsatz.
Am Tag des Marathons sind 90 zusätzliche MitarbeiterInnen im Einsatz.

Strom aus für die Aufbauarbeiten

Aus Sicherheitsgründen wird für die Aufbauarbeiten im Zielbereich beim Rathauspatz der Strom der Straßenbahn-Oberleitung abgeschaltet. Die teilweise meterhohen Transparente und Bühnenteile können dadurch einfach und sicher aufgebaut werden.

Die meiste Arbeit passiert zwar im Vorfeld, aber auch am Marathon-Wochenende selbst sind 90 zusätzliche MitarbeiterInnen im Einsatz. Damit am Tag X alle LäuferInnen und Lauf-Fans rasch und bequem zum Event kommen, sind die Linien U1, U2, U3 und U4 in dichteren Intervallen unterwegs. Statt im Fünf-Minuten-Takt fährt die wichtigste Zubringerlinie U1 ein Zweieinhalb-Minuten-Intervall. 30 U-BahnfahrerInnen verstärken das bestehende Team am Sonntag.

Auch in der Leitstelle der Wiener Linien in Erdberg wird am Tag des Vienna City Marathons auf Hochtouren gearbeitet.
Auch in der Leitstelle der Wiener Linien in Erdberg wird am Tag des Vienna City Marathons auf Hochtouren gearbeitet.

Punktgenaue Koordination mit anderen Einsatzkräften

Damit die Züge vor allem in den Hotspot-Stationen Reichsbrücke, Stadion und Rathausplatz planmäßig fahren können, sind MitarbeiterInnen von der U-Bahnaufsicht in den jeweiligen Stationen. Sie helfen den Fahrgästen zum gewünschten Treffpunkt zu gelangen, indem sie den Überblick bewahren und den Zug rasch abfertigen, damit der nächste einfahren kann.

Alle Läuferinnen und Läufer sind im Ziel, also ist auch für die Wiener Linien die Arbeit getan? Fast. Damit die Straßenbahn- und BusfahrerInnen wissen, ab welchem Zeitpunkt  sie wieder ihre gewohnte Strecke fahren können, ist eine genaue Abstimmung mit den Einsatzkräften der Polizei, der Betriebsaufsicht und der Leitstelle erforderlich.

Und einen Tag nach dem Marathon beginnt die Planung wieder von vorne – mit der Nachbesprechung. Denn die Wiener Linien bereiten sich bereits auf weitere Großveranstaltungen, wie das Donauinselfest, vor. Und wie man in diesem Video sehen kann, ist der Jubel groß, wenn alle Fahrgäste nach einem langen Tag gut mit den Öffis nach Hause kommen.

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Kommentare (2)

    • Hallo Heinz, hier haben wir ja noch Zeit. Mit der Fertigstellung ist frühestens in zehn Jahren zu rechnen. Wir sind hier mit der MA18 noch in der Planungsphase.

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