Das „Jonasreindl“ am Schottentor feiert Geburtstag!

Am 29. April 2021 feiert die Schleifenanlage für die Straßenbahnen am Schottentor ihren 60. Geburtstag! Heute nehmen wir euch auf eine historische Zeitreise mit und erzählen euch, wie dieser Ort eigentlich zu seinem Spitznamen kam.

Im späten 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich das Schottentor zu einem der wichtigsten Knotenpunkte für den öffentlichen Verkehr in Wien. Es gab immer mehr Straßenbahnverkehr, aus diesem Grund wurde dieser 1961 auf Umkehrschleifen in zwei Ebenen aufgeteilt.

Doch wie kam das „Jonasreindl“ nun zu seinem Namen?

Die neue zweigeschoßige Schleifenanlage ohne Dach wurde von den WienerInnen liebevoll „Jonasreindl“ genannt, benannt nach dem damaligen Bürgermeister Wiens, Franz Jonas. Oberirdisch wenden hier die von der Universitätsstraße kommenden Straßenbahnen 43 und 44, unterirdisch die von der Währinger Straße kommenden Linien 37, 38, 40, 41 und 42. Außerdem docken die Linien 1 und D, sowie die Busse 1A und 40A und die U2 hier an. Von vielen WienerInnen wurde dies als Topf oder als Pfanne, erkannt, so entstand das „Reindl“ im Spitznamen.

Die einfahrenden Straßenbahnen wurden von den Wienern anfänglich „Jonaswurm“ genannt. Dieser Name hat sich allerdings im Gegensatz zum heute noch gebräuchlichen „Jonasreindl“ nicht durchgesetzt.

Offiziell heißt dieser Verkehrsknoten „Station Schottentor“, in Anlehnung an das bis 1860 hier befindliche Tor der Wiener Stadtmauer. Es wurde im Zuge der Errichtung der Ringstraße abgerissen.

Mittlerweile steht das Bauwerk unter Denkmalschutz, und wurde vor einigen Jahren auch sturmsicher gemacht. Zuvor gab es bei fast jedem Unwetter die Meldung, dass bei Windgeschwindigkeiten ab 80 km/h die beiden denkmalgeschützten Auf- und Abgänge gesperrt werden müssen, da hier Glasscheiben zu Bruch gehen könnten.

So sieht das Jonasreindl heute aus

Die U2-Station Schottentor

Seit 1980 befindet sich hier auch die U2-Station Schottentor. Zu dieser Zeit wurde eine Verbindung der neuen U-Bahn-Station zum Jonas-Reindl geschaffen: Sie wurde der wichtigste Zugang zur Station. Nachträglich wurden neben den Rolltreppen auch Personenaufzüge eingebaut. In der Passage zur U-Bahn befinden sich Schaufenster von Geschäften sowie eine Vorverkaufs- und Informationsstelle der Wiener Linien. Architekt sowohl der Passage als auch der Verbindung zur U-Bahn war Kurt Schlauss. Heute treffen hier neben der U-Bahn-Linie U2 10 Straßenbahnlinien und 2 Autobuslinien zusammen. Somit ist das Schottentor einer der größten Knoten des öffentlichen Verkehrsnetzes in Wien. Von hier kann man super schnell zu Fuß in die Innenstadt schlendern oder im Votivpark entspannen! Auch die Hauptuniversität ist gleich nebenan.

Wenn du mehr spannende historische Fakten über den öffentlichen Verkehr Wiens erfahren möchtest, dann schau doch mal im Verkehrsmuseum Remise vorbei! Hier kannst du einen 360 Grad Rundgang durch das Museum machen!

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