Jahreskarte in 17 Sekunden

Rasante 17 Sekunden: So produzieren wir eure Jahreskarten

Mehr als 800.000 Menschen haben sie immer mit dabei. Doch kaum jemand weiß, wie und wo sie überhaupt hergestellt wird – die Jahreskarte der Wiener Linien. Wir haben WienIT, dem zentralen IT & Business Partner der Wiener Stadtwerke, einen Besuch abgestattet und uns genau angeschaut, wie die Produktion abläuft.

Ein Klick auf die linke Maustaste und schon beginnt es zu rattern. Nach gerade einmal 17 Sekunden kommt aus dem Drucker eine versandfertige Jahreskarte samt Gutscheinheft und Anschreiben heraus. „Wir drucken jedes Jahr 900.000 Jahreskarten nur für die Wiener Linien“, erklärt Andreas Birke, Leiter des WienIT Competence Centers Output Management (Druckerei). Neben mehr als 800.000 klassischen Jahreskarten werden jährlich auch Ersatzkarten, die etwa bei Verlust nachproduziert werden müssen, hergestellt. Die „heißeste“ Druckphase läuft im Oktober an: Insgesamt 110.000  Stück verlassen innerhalb von gerade einmal 31 Tagen die Druckerei.

Andreas Birke ist der Leiter des WienIT Competence Centers Output Management (Druckerei).
Andreas Birke ist der Leiter des WienIT Competence Centers Output Management (Druckerei).

Umfangreiche Vorbereitungen

Stunden vor dem eigentlichen Druck werden die Daten der zukünftigen JahreskartenbesitzerInnen überprüft und ins Drucksystem übernommen. Im Vorfeld vergebene Eindeutigkeitsnummern sorgen dafür, dass die Jahreskarte, das Anschreiben und weitere Infomaterialien gemeinsam im richtigen Kuvert und schlussendlich im richtigen Briefkasten landen.

In dieser Maschine wird eine Jahreskarte in nur 17 Sekunden gedruckt.
In dieser Maschine wird eine Jahreskarte in nur 17 Sekunden gedruckt.

Auf geht’s in den Druck

Und dann geht es endlich los! Normalerweise ist der Drucker durch eine Abdeckung geschützt. Wir durften einen Blick in das Innenleben des Gerätes werfen und man muss schon ganz genau hinschauen, um jeden Schritt verfolgen zu können: Der Rohling wird  eingezogen und auf der Rückseite mit QR-Code, Kartennummer und Co. versehen. In der nächsten „Station“ wendet sich der Rohling automatisiert auf die Vorderseite und es folgt der Fotodruck.Dann wird die Jahreskarte mittels Name, Kartennummer und entsprechender Gültigkeitsdauer personalisiert. Der Fotobereich erfährt durch das Aufbringen einer transparenten Folie zusätzlichen Schutz. Für den Postversand erfolgt dann das Aufbringen des doppelseitigen Klebebandes. Parallel dazu wird das personalisierte Anschreiben in einem integrierten Drucker produziert, mittels Eindeutigkeitsnummer der richtigen Jahreskarte zugeordnet und auch das passende Zusatzschreiben vollautomatisiert „angefordert“. Der letzte Schritt ist das Falten des Schreibens, auf dem die Jahreskarte jetzt klebt sowie die Ergänzung des Schreibens mit diversen Beilagen (Gutscheinheft, Kalender) und schlussendlich die Kuvertierung.

Das Farbfoto – eine besondere Herausforderung

Damit das Foto auf der Jahreskarte gut erkennbar ist, müssen Größe und Kontrast bereits im Vorhinein angepasst werden. Jede/r einzelne kann hier einen Beitrag leisten, denn je besser die übermittelte Fotoqualität ist, desto besser sieht es dann auf der Jahreskarte aus. Das Foto wird mittels Thermosublimationsdruck auf die Karte gespielt. Das heißt, dass die gelben, roten und blauen Bestandteile des Fotos nacheinander auf die Karte gedruckt werden. „Wir haben 2015 mit dem Plastikkarten-Druck begonnen. Die größte Herausforderung war, in Verbindung mit einem Farbfoto die gewünschte Schnelligkeit zu gewährleisten“, sagt Birke.

900.000 Jahreskarten im Jahr

In der WienIT-Druckerei entstehen alle neuen Jahreskarten, Verlängerungen und auch Ersatzkarten. Es gibt eine klare Reihenfolge, welche Karte zuerst drankommt. „Ersatzkarten werden immer als erstes gedruckt, damit die Fahrgäste möglichst rasch wieder ihre Originalkarten in Händen halten“, erklärt Birke. Eine weitere Sortierung erfolgt nach den Postleitzahlen der EmpfängerInnen. Die Portokosten werden so möglichst gering gehalten.

Die fertigen Jahreskarten werden in Kuverts verschickt.
Die fertigen Jahreskarten werden in Kuverts verschickt.

Für die Jahreskarten werden umweltfreundliche, fünf Gramm schwere PETG-Karten verwendet. Diese werden über den Haushaltsmüll entsorgt und mittels thermischer Abfallverwertung in wertvolle Energie umgewandelt.

Auf dem Rohling für die Jahreskarte sind schon das Logo der Wiener Linien und der Platz fürs Foto vorgedruckt.
Auf dem Rohling für die Jahreskarte sind schon das Logo der Wiener Linien und der Platz fürs Foto vorgedruckt.

Große Zahlen

  • Der Druck einer Jahreskarte dauert 17 Sekunden. Pro Stunde entstehen bis zu 800 Stück.
  • Für den Gültigkeitsbeginn Oktober 2018 wurden rund 110.000 Jahreskarten gedruckt - so viel wie in keinem anderen Monat. Insgesamt sind es rund 900.000 Karten pro Jahr.
  • Die Druckmaschine hat seit Ende 2014 mehr als drei Millionen Jahreskarten produziert.
  • 14 MitarbeiterInnen sorgen in der Druckerei dafür, dass neben den Wiener-Linien-Jahreskarten auch 25 Millionen Druckseiten und acht Millionen frankierte Kuverts pro Jahr bei den richtigen Adressen ankommen.

Du bist oft mit den Öffis unterwegs, hast aber noch keine Jahreskarte? Dann schau in unserem Online-Shop vorbei.

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