Greener Linien: Das sind die wichtigsten Klimaschutzprojekte im Überblick!

VORBILD. Ein internationels Ranking hat Wien auch dank der umweltfreundlichen Öffis zur grünsten Stadt der Welt gekürt. Mit innovativen Projekten sorgen die Wiener Linien dafür, dass die Metropole auch künftig ein Klimaschutz-Vorreiter bleibt.

Wien ist die grünste Stadt der Welt. Das besagt ein Ranking des Consulting-Unternehmens Resonance, das mehr als 100 Metropolen weltweit nach Kriterien wie Grünflächen, Nutzung erneuerbarer Energien oder Öffi-Angebot verglichen hat. Letzteres hat entscheidenden Anteil an der Top-Platzierung: „Wien ist der europäische Maßstab für den öffentlichen Nahverkehr“, stellen die Autoren des Rankings fest und verweisen darauf, dass bereits fast die Hälfte der Bevölkerung eine Jahreskarte für die Öffis besitzt.

Bei der Anschaffung neuer Fahrzeuge achten die Wiener Linien auf einen niedrigen Energieverbrauch. So wurde etwa die Flexity-Bim besonders ökologisch gestaltet.
Bei der Anschaffung neuer Fahrzeuge achten wir auf einen niedrigen Energieverbrauch. So wurde etwa die Flexity-Bim besonders ökologisch gestaltet.

Öffis nützen, Klima schützen!

Dabei leisten die Fahrgäste der Wiener Linien täglich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Wer auf Öffis umsteigt, spart pro Jahr bis zu 1.500 kg CO2-Emissionen ein. Die Nutzung von U-Bahn, Bim und Bus sorgt zu dem für mehr Platz und weniger Lärm in der Stadt. Mit vielen spannenden Projekten arbeiten die Wiener Linien laufend daran, den öffentlichen Verkehr in Zukunft noch umweltfreundlicher zu gestalten. Von zentraler Bedeutung ist die Errichtung des Linienkreuz U2xU5,  (alle Infos zum U2/U5 Infocenter findest du hier) welche das Öffi-Angebot massiv ausbauen und die CO2-Emissionen in Wien weiter reduzieren wird. Im Fokus steht außerdem die Nutzung von sauberem Strom. Derzeit läuft ein Pilotprojekt mit Photovoltaik-Folien auf dem Dach der U-Bahn Station Ottakring. Der gewonnene Strom betreibt vor Ort Rolltreppen, Aufzüge und Beleuchtungen. Obwohl das Projekt noch eineinhalb Jahre läuft, unterstreicht eine erste Zwischenbilanz das enorme Potenzial: In Spitzenzeiten konnte bis zu 50 Prozent des Stationsstroms aus Sonnen energie generiert werden.

Greener Linien: Weg mit dem Asphalt, her mit der Natur!

Um klimawandelbedingten Hitzeinseln in der Stadt entgegen zu wirken, setzten die Wiener Linien auf die Begrünung von Gleisanlagen und Stationen. Im Mai wurde die Fassade der U-Bahn-Station Spittelau in eine vertikale Blumenwiese verwandelt. Die Kombination aus Büschen, Stauden und Kräutern verbessert spürbar das Mikroklima. Die Begrünung filtert Schadstoffe aus der Luft und verhindert die Bildung von Hitzeinseln. Die Begrünung der Fassade ist erst der Auftakt. In den kommenden Monaten wird der gesamte Vorplatz neu gestaltet: Beton wird aufgebrochen, Bäume und Sträucher werden gesetzt. Insgesamt werden über 4.600 Sträucher, Gräser und Kräuter gesetzt. Viele neue Sitzmöbel und 26 schattenspendende Felsenbirnen-, Buchen- und Kieferbäume werden zum entspannten Verweilen einladen. Für mehr Schatten sorgen außerdem die fünf begrünten Wartehäuschen in Wien. Ein weiteres Pilotprojekt für begrünte Wartehäuschen ist im Herbst 2020 geplant. Ein neues Rasengleis entsteht bei der neuen O-Verlängerung im Nordbahnhofviertel.

Artenvielfalt auf Öffiflächen

Grünflächen bedeuten nicht nur Lebensraum für Mensch und Tier, sondern auch Abkühlung für die Stadt. Daher untersucht die Universität für Bodenkultur Wien (Boku) in einer groß angelegten Studie den Bestand an Insekten- und Pflanzenarten auf 25 Grünflächen der Wiener Linien.  Auf Basis der Daten soll bis Ende 2020 ein Maßnahmenkatalog zur Förderung und zum Erhalt der Artenvielfalt (Biodiversität) auf "Öffi"-Flächen erarbeitet werden. Bereits die ersten Ergebnisse bestätigen, wie wichtig Grünflächen für die Stadt sind. Einige sehr selten Bienen-, Schmetterlings- und Pflanzenarten wurden gefunden.

Die Boku Wien untersucht Öffiflächen

Forschungsprojekt hilft bei klimafreundlicher Paketzustellung

Um die klimafreundliche Paketzustellung mit Lastenrädern zu fördern, beteiligen sich die Wiener Linien an dem Forschungsprojekt RemiHub von btw research und der TU Wien. Dabei werden Öffi-Garagen für innerstädtische Logistik eingesetzt. Nach einem erfolgreichen ersten Testlauf im Herbst 2019 mit einem Cateringunternehmen wurde nun der zweite Testbetrieb mit dem Paketzusteller DPD durchgeführt. Das Konzept: Am Morgen liefert DPD die Pakete an die Busgarage Spetterbrücke in Ottakring. Ein Fahrer der Firma Heavy Pedals holt mit einem Lastenrad die Pakete ab, sortiert sie effizient nach der geplanten Route in den Radcontainer und liefert sie schließlich klimaschonend an die Endkunden aus. Eine Ausweitung des vielversprechenden Projekts ist durchaus möglich.

Bei dem Forschungsprojekt  RemiHub werden Öffi-Garagen für die Auslieferung von Paketen innerhalb Wiens genutzt.
Bei dem Forschungsprojekt RemiHub werden Öffi-Garagen für die Auslieferung von Paketen innerhalb Wiens genutzt.

Ausflugstipp: U2xU5 Infocenter für mehr Öffi-Facts!

Mehr Infos zum Thema Nachhaltigkeit und was die Wiener Linien dazu beitragen erfährst du hier.

Zum autonomen Fahren gibt es ebenfalls bereits einen spannenden Blogbeitrag.

Unser Ausflugstipp: Wenn du dich für noch mehr Umweltfakten interessierst, komm im U2xU5-Infocenter vorbei (U-Bahn-Station Volkstheater). Dort gibt es alle aktuellen Greener Linien Infos in einem eigenen Ausstellungsbereich.

basierend auf dem Artikel von Andreas Cavar , erschienen im VORmagazin 06/2020.

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Kommentare (3)

  • Durch den Bau der Schallschutzwand der U2 zwischen Hausfeldstrasse und Aspern Nord ist dort nicht nur eine Hitzeinsel entstanden. Durch den extrem glatten Beton brechen sich die Schallwellen des Autoverkehrs an der Ostbahnbegleitstrasse, sodass der Lärmpegel wirklich enorm ist. Diese Wand wäre ideal für eine Begrünung und würde damit zwei Probleme gleichzeitig lösen und deutlich zur Verbesserung der Lebensqualität der Anrainer beitragen.

  • Feinstaub durch Dieselmotoren der Autobusse

    Der Autobus ist sicher neben Bim, U-Bahn und Schnellbahn ein fester und notwendiger Bestandteil der Wiener Öffis und, pro Fahrgast gerechnet, deutlich schadstoffärmer als Autos, Motorräder und Motorroller mit Verbrennungsmotor. Positiv ist auch der Betrieb vollelektrischer Autobusse in der Innenstadt auf den Linien 1A, 2A und 3A. Alle Autobusse vollkommen elektrisch fahren zu lassen ist aktuell noch nicht möglich, da keine Akkus (Batterien) existieren, die ausreichend Strom speichern können.
    ABER:
    Schaut man einmal nach Salzburg, Linz und Bratislava sieht man, wie gut es mit dem OBus (Oberleitungsbus) funktioniert, in den beiden letztgenannten Städten existiert zudem eine Straßenbahn, was bedeutet, das auch OBus UND Straßenbah in einer Stadt existieren können und es funktioniert ideal!
    Der OBus soll keine Konkurrenz für die Staßenbahn sein, sondern eher eine Ergänzung und nachhaltige Alternative zum Dieselbus und – auch wenn Busse mit Akkus, wie sie aktuell auf den Linien 1A, 2A und 3A verkehren abgasfrei sind, sind die Akkus aufgrund des hohen Energie- und Recurcenverbrauchs in Herstellung und Entsorgung ein Problem.
    Dieses Problem existiert beim OBus nicht, denn auch wenn diese einen Reserveakku haben, etwa um bei Unfällen anderer Fahrzeuge und Baustellen das Oberleitungsnetz verlassen zu können, halten die Akkus solange wie der OBus selbst, sind kleiner, günstiger und Recurcenschonender, da sie nur im Ausnahmefall eingesetzt werden müssen.
    Warum also wird der OBus in Wien nicht endlich wiedereingeführt? OBus und Bim können auch nebeneinander existieren, wenn die Bim Fahrzeuge das selbe Stromzufuhrsystem haben auch auf selber Trasse fahren, das wäre ein Projekt, das lange dauern würde, aber ohne Anfang kommt auch nie eine Fertigstellung.

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