Die DisponentInnen sorgen dafür, dass unsere Fahrzeuge im richtigen Takt fahren.

DisponentInnen: Die Taktgeber der Wiener Linien

Ohne sie wäre der Fahrgastbetrieb nicht möglich: Die DisponentInnen sorgen dafür, dass unsere Fahrzeuge im richtigen Takt fahren. Wir haben einen von ihnen am Bahnhof Simmering besucht.

Es blinkt und blinkt auf insgesamt acht Bildschirmen. Das Funkgerät macht mit Signaltönen eindringlich auf sich aufmerksam. Egal, wie viel da bimmelt und blinkt, Asalet Tünay muss immer den Überblick bewahren. Dank Echtzeitdaten und Bildern aus den Überwachungskameras weiß er immer, was auf den Straßenbahnlinien 6, 71 und O passiert. Fast 40 Züge sind zu Stoßzeiten alleine auf dem 6er unterwegs. Per Funkgerät und Telefon dirigiert er von einem kleinen Büro in der Remise Simmering aus dutzende StraßenbahnfahrerInnen mit sicherer Hand durch den morgendlichen Berufsverkehr.
Der 6er ist eine der meistbefahrenen Bimlinien Wiens.

Alles im Takt

Asalet Tünay ist Disponent. Als Fahrgast erleben wir seine Arbeit nur indirekt. Wenn alle Fahrzeuge im Takt unterwegs sind, verdanken wir das seinem Organisationsgeschick. Bei Störungen sorgen die DisponentInnen dafür, dass der Fahrbetrieb so gut wie möglich weiterläuft. Sie sind also die TaktgeberInnen der Wiener Linien, organisieren und überwachen den Verkehr im gesamten Bim- und Busnetz. Werden Fahrzeuge durch einen Falschparker aufgehalten, entscheiden sie gemeinsam mit der Leitstelle, ob Züge auf der Strecke umdrehen – im Fachjargon: „Kurzführung“ – oder Busse umgeleitet werden. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt da meist nicht. DisponentInnen müssen sofort entscheiden. Im besten Fall jonglieren die DisponentInnen die Züge so, dass die Fahrgäste davon nichts mitbekommen. Solange der Takt passt und die Straßenbahn alle paar Minuten kommt, ist es für die Fahrgäste unwichtig, dass einzelne Züge nicht an dem Ort sind, an dem sie laut Fahrplan sein sollten. Das ist dann "nur" das Problem des Disponenten 🙂

Acht Bildschirme, ein Telefon und ein Funkgerät. Das sind die Arbeitsgeräte der DisponentInnen.

Traumberuf DisponentIn

Die Laufbahn beginnt im Fahrdienst. DisponentInnen müssen auf den Linien, die sie betreuen, jeden Meter und jede Weiche kennen. Dieses Wissen erwerben sie in den ersten Berufsjahren als Straßenbahn- und BusfahrerInnen. Auch tiefgehende technische Kenntnisse sind nötig, da die DisponentInnen für die FahrerInnen oft der erste Ansprechpartner sind, wenn das Fahrzeug Probleme macht.

Disponieren in Echtzeit

Asalet Tünay ist von der Straßenbahnfahrerei über die Expeditorschule, einen Lehrgang der Wiener Linien, und die Zentrale Leitstelle in den Disponentenjob hineingewachsen. Zu Beginn der Ausbildung dürfen die künftigen DisponentInnen noch keine Computer nutzen, sondern sitzen nach wie vor am offenen Fenster und notieren händisch die Durchfahrtszeiten der Züge. Erst danach kommt ein Computerprogramm zum Einsatz. „Disponieren macht einfach Spaß“, sagt Asalet Tünay. „Sicher ist es manchmal stressig. Der 6er fährt im Dreiminutentakt. Das ist praktisch wie eine U-Bahnlinie. Man merkt zum Beispiel in den Wochen vor Weihnachten, dass es viele in der Stadt sehr eilig haben. Auch nach dem Ende der Schulferien ist oft mehr los. Da ist es dann wichtig, dass man selbst ruhig bleibt. Mir gefällt es aber, wenn viel los ist.“

So sehen DisponentInnen ihre Linien

Disponenten-Bildschirm
Willkommen im RBL, unserem "rechnergestützten Betriebsleitsystem"!
Wirkt auf den ersten Blick ziemlich kompliziert! Auf den zweiten Blick aber schon nicht mehr... Die Zeile links oben verrät uns beispielsweise, dass die Straßenbahn der Linie O mit der Fahrzeugnummer 130 und dem Ziel Praterstern gerade circa eine Minute Verfrühung auf dem Weg zur Haltestelle Troststraße/Neilreichgasse hat. Diese Info leitet Asalet Tünay gleich an den Fahrer weiter. Für die bessere Übersicht hat jede Straßenbahn, die auf der Strecke unterwegs ist, eine eigene „Kursnummer“. Die Kursnummer unserer Bim ist in diesem Fall 4. Wenn es auf der Strecke keine Verzögerungen gibt, wird die Fahrerin am Praterstern acht Minuten Zeit haben, um zu wenden, das Fahrzeug zu inspizieren und die Fahrt in die andere Richtung fortzusetzen. Das verrät uns die Zahl ganz links außen (+8).
All diese Infos muss Asalet Tünay für alle Fahrzeuge seiner Linien stets im Auge haben, damit sie im Takt bleiben. Für uns ist klar: Dieser Mann zählt zu den besten Dirigenten Wiens!
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Kommentare (2)

  • Ich finde es sehr gut,das man den Fahrgästen den Betrieb und Ablauf näher bring und so auch die Probleme. Was ich aber entgegensetztn kann,haben wir in meiner Aktvzeit somanches besser gemacht, als wir noch alles mt Buch und Bleistift registrierten und direkt zum Fahrpersonal kontakt hatten. So hatten wir auch in Liesing ohne expetitor und ohne Funk die linien 60A 164A gut und planmäßig gefuehrt. Selbst ohne den Wagenfunk konnten wir ein nicht befahren des Maurerberg bei Straßenglätte besser meistern als es heute der fall ist. Und zu dem herrn in Simmering, kann ich mich nur fragen ,warum fahren dann immer hintereinader die Zuege der Linie 6/71 und nicht mit Abstand um so das Inrevalle gleich zu halten zwischen Simmering U und Zentralfriedhof?? Genauso auch auf anderen Linien. Es waren die Expediter frueher besser als heute die Disponenten.

  • ich hoffe, dass der Disponent in der Leitstelle wieder diesnstf´ähig ist.
    Um ca.17 50 hat ber die Fahrgäste der U3 in Otaakring von Bstg.1 auf Bstg. 3 und r etour gescäeucht..
    Mir persönlich hat das 3 Trassen gekostet, da ich die Aufforderung „nichtmehr zusteigen“ ernst nehme.
    Schicken sie ihren Kollegen zum Betriebsarzt.
    Eine vorangegangene „Erkrankung eunes Fahrgastet“ darf in dieser Position nicht zum Blackout führen..

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