Das passiert bei der Pilgramgasse

Nach einer knapp einjährigen Sperre wurde die U4-Station Pilgramgasse Ende Jänner wiedereröffnet – bei aufrechtem Fahrgastbetrieb bleibt die Station eine komplexe Großbaustelle. Welche Neuerungen es bereits zu bestaunen gibt und wie die Pilgramgasse als U2xU4-Knotenstation in Zukunft aussehen wird, haben wir hier im Blog für euch zusammengefasst:

Die Station Pilgramgasse verwandelt sich nach und nach in einen echten U-Bahn-Hot-Spot, denn hier trafen 2019 zwei Großprojekte aufeinander: Die Renovierungen im Rahmen der NEU4 und der U-Bahn-Ausbau durch das Linienkreuz U2xU5. Die NEU4-Renovierung ist bereits abgeschlossen. Nach knapp einem Jahr Sperre wurde die Station am 31. Jänner 2020 wieder planmäßig eröffnet. Die grüne Linie hält damit erneut in beiden Richtungen bei der Station am Wienfluss.

Was ist neu an der Station Pilgramgasse?

Seit dem Baubeginn im Herbst 2018 hat sich bei der Pilgramgasse einiges getan: Das Stationsgebäude bei der Ramperstorffergasse wurde komplett abgetragen und wieder neu errichtet. Dabei mussten vorübergehend auch die Aufzugsanlagen weichen. Da hier über mehrere Jahre an der neuen U2-Station unter dem Wienfluss und der komplexen Verbindung mit der bestehenden U4-Station gebaut wird, können neue moderne Aufzüge erst nach Fertigstellung der neuen U2xU4-Knotenstation in Betrieb gehen. Während der bestehenden Großbaustelle steht am Bahnsteig in Fahrtrichtung Hütteldorf eine temporäre witterungsgeschützte Rampe für den barrierefreien Zuganz zur Verfügung. Am Bahnsteig Richtung Heiligenstadt wurde Richtung Ramperstorffergasse ein Treppenturm errichtet. Die Stiegen im historischen Otto-Wagner-Gebäude können ebenfalls als Zu- und Abgänge genutzt werden.

Mit Ausnahme des historischen Otto-Wagner-Gebäudes wurde die gesamte Station abgetragen.

Was macht die Pilgramgasse zu einem komplexen Bauprojekt?

Die Bauarbeiten für die neue Pilgramgasse stellen besonders in Hinblick auf die zukünftige U2-Station eine große Herausforderung dar: Die Baustelle ist eingezwängt zwischen dem Wienfluss sowie der stark befahrenen Rechten und Linken Wienzeile. Deshalb wurde eine temporäre, 1.000 m² große Arbeitsplattform über dem Wienfluss erschaffen, mit der die komplexen U-Bahn-Bauarbeiten ohne große Verkehrseinschränkungen möglich sind.

Der Wienfluss ist nicht immer ein zahmes Bächlein, er dient dem Westen Wiens als Hochwasserschutz. Neben und unter einem Fluss zu bauen, erfordert deshalb aufwendige Planungen und besondere Sicherheitsmaßnahmen auf der Baustelle. Denn die neuen U-Bahntunnel der zukünftigen U2 queren direkt unter demWienfluss und unter den Bahnsteigen der U4.

Die Pilgramgasse ist keine Baustelle wie jede andere, denn hier treffen zwei komplexe U-Bahn-Projekte aufeinander.

Das denkmalgeschützte Otto-Wagner-Gebäude bleibt natürlich erhalten. Die historische Stadtbahn wird in eine völlig neue U-Bahnstation eingefügt. Der sorgsame Umgang mit der historischen Bausubstanz ist über die gesamte Baudauer gewährleistet. Die neue U2-Station, frühestmögliche Eröffnung 2027, wird vier Aufzüge für den barrierefreien Zugang zu den U-Bahnen bieten. Direkt neben dem Otto-Wagner-Gebäude werden Rolltreppen errichtet.

Was passiert in den nächsten sieben Jahren?

In der ersten Ausbaustufe vom Linienkreuz U2xU5 werden sechs neue U-Bahn-Stationen in der dicht bebauten Wiener Innenstadt errichtet – die Pilgramgasse ist eine davon. Durch den Ausbau wird die U2 mit insgesamt 23 Haltestellen auf einer Strecke von 20 Kilometern zur längsten U-Bahn-Linie Wiens. Mit der neuen Pilgramgasse entsteht zusätzlich zum Schottenring eine weitere Kreuzung der Linien U2 und U4 und damit insgesamt drei neue U-Bahn-Umsteigeknoten. Am Matzleinsdorfer Platz entsteht eine weitere Anbindung zur S-Bahn. Die neuen Knotenstationen werden das Öffi-Netz noch leistungsfähiger machen.

Ein Blick in die Zukunft: Der neue Umsteigeknoten Pilgramgasse.

Welche Verbindungen entstehen durch den Ausbau?

Die Station Pilgramgasse wird zum wichtigen U-Bahn-Knoten zwischen den Bezirken Margareten und Mariahilf. Die etwa 30.000 Menschen, die im Gebiet rund um die Station wohnen und arbeiten, brauchen künftig mit der U2 nicht einmal drei Minuten bis zum Rathaus. Mit der Station Reinprechtsdorfer Straße führt erstmals eine U-Bahn direkt in den Bezirk und nur eine Station weiter haben Fahrgäste eine direkte Anbindung an die S-Bahn. Mit der weiteren Verlängerung Richtung Süden wird auch das Ausflugsziel Wienerberg direkt erreichbar sein.

Dank der neuen U2-Verbindung über die Station Pilgramgasse kommen Fahrgäste in Zukunft noch schneller von A nach B.

Wie wird entschieden, wo und wie das Öffi Netz ausgebaut wird?

Zurück an den Anfang: Die Stadtplanung analysiert im ersten Schritt gemeinsam mit den Wiener Linien das öffentliche Verkehrsnetz Wiens und sammelt Überlegungen zum weiteren Netz-Ausbau. Dieser Prozess wird Netzanalyse genannt. Ideen und Vorschläge werden in Machbarkeitsstudien und Variantenstudien genauer untersucht und dadurch zu konkreten Projekten. Die U-Bahn-Trasse, die Bauweise und Stationslagen werden so weit optimiert, dass sie den größten Nutzen für alle bringen und Beeinträchtigung der AnrainerInnen und der lokalen Wirtschaft während der Bauzeit möglichst geringgehalten werden können. Ziel ist eine Trassenführung, die sich an den Mobilitätsbedürfnissen der Wienerinnen und Wiener orientiert und mit den Zielsetzungen der Stadtentwicklung in Einklang steht.

Die Station wird an mehreren Eingängen über Stiegen, Rolltreppen und Fahrstühle zugänglich sein.

Mehr Infos zur Pilgramgasse und dem gesamten U-Bahn-Ausbau gibt’s online sowie ab Juni 2020 wieder im U2xU5 Infocenter bei der Station Volkstheater!

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Kommentare (2)

  • Wird bestimmt gut aussehen wie sieht es dann mit dem 14 ah aus wenn die U2 zu Matzleinsdorferplatz fährt wird der 14A gekürzt oder werden die Intervalle verlängert ich bitte um Antworten danke schön

    • Hallo, danke für deine Frage. Wie genau die Intervalle des 14A in mehreren Jahren aussehen werden, können wir dir leider nicht letztgültig beantworten 🙂 Es ist jedenfalls klar, dass der Netzausbau immer eine Verbesserung des Angebots mit sich bringt, deshalb erweitern wir unser Netz ja.

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