Die extremsten Buslinien Wiens

Nur zweimal im Jahr oder immer geradeaus: Das sind die extremsten Buslinien Wiens

Insgesamt 128 Buslinien werden von oder im Auftrag der Wiener Linien betrieben. Darunter gibt es auch einige ungewöhnliche Linien, die einen Ausflug wert sind. Wir haben uns einige davon herausgesucht und sagen euch, was sie besonders macht.

Extreme Buslinien, die jeder kennt:

10A – (Fast) wie eine Achterbahn

Von Heiligenstadt bis zur Niederhofstraße geht es am einfachsten mit der U4 und U6. Viel aufregender ist es dagegen, diese Strecke mit dem 10A zu überwinden. Am späten Abend ist der Bus in rund 38 Minuten am Ziel, doch zur Hauptverkehrszeit braucht er aufgrund des Verkehrs gut eine Viertelstunde länger.

Von Heiligenstadt fährt der 10A über Gersthof, die Johnstraße und Schönbrunn, bis er bei der Niederhofstraße ankommt, geht es oft rauf und runter. Besonderes Highlight ist der Blick auf die Gloriette bei der „Talfahrt“ auf der Johnstraße.

Bei der "Talfahrt" mit dem 10A kann man einen Blick auf die Gloriette erhaschen.
Bei der "Talfahrt" mit dem 10A kann man einen Blick auf die Gloriette erhaschen.

38A – Hoch hinaus

Ein Ausflug auf den Kahlenberg lohnt sich besonders an sonnigen Tagen, denn die Aussicht auf Wien ist einfach grandios. Sehr praktisch, dass es von der U4-Endstation Heiligenstadt einen direkten Bus auf den Berg gibt. Los geht es am Bahnhofsvorplatz bei 163 Metern über dem Meeresspiegel. Bei der Fahrt auf den Kahlenberg überwindet der Bus in 25 Minuten stolze 313 Höhenmeter. Ein wahrer Gipfelstürmer.

Der 38A verbindet Heiligenstadt mit dem Kahlenberg.
Der 38A verbindet Heiligenstadt mit dem Kahlenberg.

N66 – Eine Stunde im Bus

Manche Nächte wirken kurz, andere lang. Für den N66 trifft wohl Letzteres zu. Vor Werktagen ist der Nachtbus zwischen dem Burgring und Liesing unterwegs. Auf der 18,5 Kilometer langen Strecke fährt der N66 vom ersten in den 23. Bezirk ganze 45 Stationen an. Kein Wunder also, dass er in dieser Richtung fahrplanmäßig 69 Minuten braucht. Im Vergleich: Das ist ungefähr so lange wie eine Fahrt auf der U1 von Oberlaa nach Leopoldau und wieder zurück.

Selten unterwegs und trotzdem unersetzlich

38B und 39B – Zweimal jährlich grüßt der Kleinbus

In der heiligen Zeit, also zu Allerheiligen und am Heiligen Abend, sind zwei Buslinien unterwegs, die es sonst nicht gibt. Die sogenannten Friedhofslinien führen, wie der Name schon sagt, zu Friedhöfen – nach Heiligenstadt und Sievering. Bis 2001 fuhren noch zusätzliche Straßenbahnen zum Zentralfriedhof, um die zahlreichen FriedhofsbesucherInnen an ihr Ziel zu bringen. Heute sind generell weniger Menschen zur gleichen Zeit unterwegs und das Liniennetz besser ausgebaut. Somit sind diese beiden Linien die letzten Überbleibsel des Friedhofsverkehrs.

Der Heiligenstädter Friedhof wird nur an zwei Tagen im Jahr angefahren.
Der Heiligenstädter Friedhof wird nur an zwei Tagen im Jahr angefahren.

20B – Unser Sonnenschein

Nur von Mai bis September fährt der 20B entlang der Arbeiterstrandbadstraße und vorbei an den beliebten Bädern und Liegewiesen an der Alten Donau. Dem sogenannten Bäderbus haben wir aufgrund seiner Besonderheit sogar einen eigenen Blog-Artikel gewidmet, den ihr hier findet.

33A – Lass uns nach Mühlschüttel fahr’n

Von Montag bis Samstag verbindet der 33A Floridsdorf mit der Oberen Alten Donau. Grund für den Bus sind aber weniger die Badegäste, sondern vielmehr die U6-Anbindung für die BewohnerInnen der umliegenden Wohngebiete.

Vom Bahnhof Floridsdorf geht es über vier Station und sieben Minuten Fahrzeit nach Mühlschüttel. Dort befinden sich auch mehrere Yachtclubs. Manche bezeichnen Mühlschüttel deshalb als das „Monaco von Wien“.

Die stillen Helden unter den Buslinien

55A – Unspektakulärer geht’s nicht

Auf einer zwei Kilometer langen Straße hin- und herzufahren, klingt erstmal wenig spannend. Doch das ist der Alltag des 55A. Von „Speising, Hermesstraße“, wo die Straßenbahnen 60 und 62 halten, geht es über vier Zwischenhalte entlang der Hermesstraße zum Lainzer Tor.

Dass Hermes als Gott der Reisenden und des Verkehrs gilt, ist hier nur am Rande zu erwähnen. Denn trotz der unspektakulären Fahrt werden die Fahrgäste am Ende mit dem 2.500 Hektar großen Lainzer Tiergarten belohnt.

Die Hermesvilla befindet sich im Lainzer Tiergarten, umweit der 55A-Endstation.
Die Hermesvilla befindet sich im Lainzer Tiergarten, umweit der 55A-Endstation.

44T und 49T – Ein Anruftaxi untertags

In Dornbach und am westlichen Rand von Penzing gibt es zwei besondere Anrufbusse, die ausschließlich untertags ihre Runden drehen. Während der 44T eine Verbindung von der 2er- und 43er-Haltestelle Dornbach bzw. Güpferlingstraße zum 46B schafft, ist der 49T allein auf weiter Flur.

Von der Sofienalpenstraße bis nach Hinterhainbach an der Grenze zu Niederösterreich fährt der 49T von Montag bis Freitag zwischen 6.10 Uhr und 20.30 Uhr. Aber nur, wenn er wirklich gebraucht wird. Das Anruftaxi bringt BewohnerInnen in ihre Siedlung am Hainbach und auch TouristenInnen in die Nähe der Sofienalpe. Am einfachsten zum 49T geht’s mit dem Regionalbus 450 von der U4-Endstation Hütteldorf. Die Tickets der Wiener Linien gelten natürlich auch hier.

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Kommentare (4)

  • Ich bin sehr beeindruckt über diese ausführlichen Bericht. Und es ist gut zu wissen, wohin man mit den dieversen Busse fahren kann. Danke Wr. Linien.

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