Blick in den U-Bahn-Tunnel

U5: Vollautomatischer Betrieb ab 2023

Die neue U-Bahn-Linie U5 wird bei der Inbetriebnahme 2023 die erste vollautomatische U-Bahn-Linie in Wien sein. Wir haben alle Information zum künftigen vollautomatischen Betrieb für Sie zusammengefasst.

Vollautomatischer U-Bahn-Betrieb

Der vollautomatische Betrieb von U-Bahn-Linien findet sich u.a. bereits in Nürnberg, Kopenhagen, Barcelona sowie London. Viele Fahrgäste kennen vollautomatische Fahrzeuge auch schon von diversen Flughäfen, wo Airport Trains zwischen Parkdeck und Flughafengebäude pendeln.

Vollautomatischer Sky Train am Flughafen Düsseldorf. Foto:  skjul vilkår CC BY-SA 3.0
Vollautomatischer Sky Train am Flughafen Düsseldorf. Foto: skjul vilkår CC BY-SA 3.0

Der Großteil der neu zu errichteten U-Bahn-Systeme wird heute für den automatischen Betrieb optimiert, gebaut. Auch international gilt: Neue Linien werden für den vollautomatischen Betrieb ausgestattet beziehungsweise werden bestehende Linien nachgerüstet. Im internationalen Vergleich haben sich Bahnsteigtüren bei stark frequentierten Stationen etabliert. Die Türen sorgen für mehr Zuverlässigkeit und erlauben das Fahren kürzerer Intervalle auf der Linie. Zusätzlich verhindern Bahnsteigtüren auch, dass Personen auf das Gleis gehen.

Bahnsteigtüren bieten Sicherheit für Fahrgäste, hier in Barcelona.
Bahnsteigtüren bieten Sicherheit für Fahrgäste, hier in Barcelona.

Wiener U-Bahn fährt bereits halbautomatisch

Die Wiener U-Bahn verfügt seit der Inbetriebnahme über viele technische Innovationen, die das System auch heute noch auf einem hohen technischen Niveau halten. Die Linien U1, U2, U3 und U4 sind alle für den halbautomatischen Betrieb ausgerüstet. Die Fahrzeuge können also automatisch fahren. In einigen Endstationen gibt es automatische Wendeanlagen. Der Zug fährt selbstständig in die Wendeanlage und steht nach dem Wenden am Abfahrtsbahnsteig bereit.

Wiener U-Bahn: Fit für die Zukunft

Der automatische U-Bahn-Betrieb macht die Wiener U-Bahn fit für die Zukunft. Die U5 wird somit ein smartes Verkehrsmittel als Teil der Smart City Wien. Der öffentliche Verkehr in Wien erfreut sich dank der günstigen Jahreskarte sowie dichten Intervallen steigender Beliebtheit. Dies zeigt auch der Modal Split von 39% für die Wiener Öffis. Steigende Fahrgastzahlen sowie immer kürzer werdende Intervalle sind aber eine Herausforderung für den Betrieb, die sich nur durch den laufenden Ausbau des Netzes sowie Intervallverdichtungen lösen lassen. Die Umstellung auf einen vollautomatischen Betrieb ermöglicht eine Zunahme der Verlässlichkeit sowie mehr Flexibilität im Störungsfall. Durch den Einbau von Bahnsteigtüren und den vollautomatischen Betrieb sind noch kürzere Intervalle möglich, ebenso kann durch das automatische Wenden wertvolle Zeit eingespart werden. Mehr zur geplanten Trasse und zum zukünftigen Design der U5 finden Sie unter www.wienerlinien.at/u2u5.

Die zukünftigen, neuen Stationen der Linie U5 werden auch mit Bahnsteigtüren ausgestattet.
Foto: YF Architekten & Franz Architekten

Mehr MitarbeiterInnen in den Zügen und Stationen

Die Einführung des vollautomatischen Betriebs auf der U5 im Jahre 2023 bringt neben mehr Sicherheit (Bahnsteigtüren) auch mehr Personal in die Züge und Stationen. Unsere FahrerInnen sind auf vollautomatisch betriebenen U-Bahn-Linien künftig als AnsprechpartnerInnen für unsere Fahrgäste auch in den Zügen präsent. Für unsere FahrerInnen bedeutet das, dass sie neben unserem Serviceteam als wichtige AnsprechpartnerInnen für unsere Fahrgäste zur Verfügung stehen.

Ausschreibung für neue U-Bahn-Züge startet

Eine wachsende Stadt macht den laufenden Ausbau des öffentlichen Verkehrs notwendig. 2029 sollen bereits zwei Millionen Menschen in Wien leben, wohnen und arbeiten. Der Bau der U5 sowie der Verlängerung der U2 macht auch die Anschaffung einer neuen Zuggeneration nötig, für die demnächst eine europaweite Ausschreibung startet. Ausgeschrieben werden bis zu 45 neue U-Bahn-Züge, die einerseits alte "Silberpfeile" ersetzten, andererseits aber den Bedarf nach neuen Zügen für das größere Netz stillen können. Die neuen Züge werden künftig nicht nur auf der U5 im vollautomatischen Betrieb, sondern auch auf den Linien U1 bis U4 unterwegs sein – dort aber wie gewohnt mit unseren FahrerInnen. Die neuen U-Bahn-Züge werden vollständig barrierefrei zugänglich und verfügen über Videoüberwachung, Klimatisierung und ein modernes Fahrgastinformationssystem. Nach derzeitigem Stand könnte schon 2018/2019 der erste Zug für Testfahrten im Einsatz sein. Der weitere Lieferzeitraum erstreckt sich voraussichtlich von 2020 bis 2029.

Auch London steht vor ähnlichen Herausforderungen wie Wien. Die neuen Fahrzeuge für die "Tube" sind ebenfalls bereits für den vollautomatischen Betrieb ausgestattet. Im Video erkannt man auch gut die geplanten erkennen.

Quelle: Transport for London
Nach oben

Kommentare (7)

  • Ist es auch einmal bei den Wiener Linien geplant, dass neue Wagons(siehe Video Sekunden 35-42) nur am „Rand“ zur mitte hin blickende Sitze haben werden?? vorallem in der früh und zu anderen Stoßzeiten wären mehr Stehplätze vorhanden?!

  • Finde ich nicht gut. Zum einen fallen durch die Automatisierung mögliche Arbeitsplätze weg und genau die werden gebraucht und zum anderen kann so ein Hacker wenn er sadistisch und fähig genug ist, Leute einfach in den Tod rasen lassen.

    • Arbeitsplätze fallen nicht weg, im Gegenteil, wir benötigen dadurch ja auch technische MitarbeiterInnen aber auch KollegInnen, die dann direkt am Kunden sind und im Öffi-Netz den Fahrgästen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie sitzen halt nicht vorne in der U-Bahn, sondern sind direkt bei den Fahrgästen. Es gibt natürlich für den automatischen U-Bahn-Betrieb jede Menge Sicherheitsstandards. Diese Art des Betriebs wird auch schon in anderen Ländern erfolgreich eingesetzt.

    • Auf allen Linien, auf denen die neuen Züge dann fahren können. Das sind U1-U4 und wenn die U5 dann gebaut ist, auch U5.(U6 nicht, da diese mittels Oberleitung mit Strom versorgt wird und nicht wie bei den anderen Linien durch die Stromschiene)

  • Ich fände Längssitzplätze im Waggon viel besser. zb U3 ist permanent überfüllt- Fahrgäste können kaum ins Wageninnere weitergehen. Stadionbetrieb U2 wäre ebenfalls viel leichter zu bewerkstelligen. Sie nennen oben Barcelona und London- da gibts das längst !

  • Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

    Tragen Sie Ihre Daten unten ein oder klicken Sie ein Icon um sich einzuloggen.

    Unser nächster Artikel
    Nicht nur Autos müssen hin und wieder in die Waschanlage, auch unsere U-Bahn-Züge fahren etwa einmal im Monat durch die Waschstraße.

    Ein Schaumbad für die U-Bahn

    27 Oktober 2016