Bei den Bauarbeiten im Westen der U4 waren insgesamt 400 Arbeiter und Arbeiterinnen im Einsatz

U4-Modernisierung ist voll im Gange

Die umfassende Modernisierung der U4 startete bereits 2014 und dauert bis zur kompletten Fertigstellung bis 2024. Trotz des Abschlusses der Sanierung des westlichen Streckenabschnitts im September 2016 stecken wir noch mitten in der U4-Modernisierung. Der Großteil der Arbeiten findet aber im laufenden Betrieb statt. In den nächsten Jahren fokussieren wir uns auf den nördlichen Teil der U4.

Die Modernisierung der U4 ist auch nach der Wiedereröffnung der Strecke im Westen der grünen Linie voll im Gange. Das Ende der Sanierung des Westabschnittes bedeutet nicht das Ende des Projekts NEU4. Die U4-Modernisierung wird 2024 abgeschlossen. Der Großteil der Arbeiten findet aber im laufenden Betrieb statt, so dass den Fahrgästen die U4 weiterhin zur Verfügung steht. Das ist mitunter eine der größten Herausforderungen des Projekts, da täglich rund 250.000 Fahrgäste auf der U4-Baustelle unterwegs sind.

Insgesamt investieren wir gemeinsam mit der Stadt Wien 335 Mio. Euro und zehn Jahre Bauzeit in die Modernisierung der U4, so dass die grüne U-Bahn-Linie fit für die Zukunft wird. Die Schwerpunkte der nächsten großen Bauarbeiten liegen im nördlichen Bereich der Strecke.

Ein Überblick über die nächsten Schritte bei der größten U-Bahn-Modernisierung in der Geschichte Wiens
Ein Überblick über die nächsten Schritte bei der größten U-Bahn-Modernisierung in der Geschichte Wiens

Aktuelle Baumaßnahmen

Die Arbeiten an der Erneuerung des Stellwerks Spittelau werden bis 2018 abgeschlossen. Entlang der gesamten U4 werden nach und nach alle Relais-Stellwerke zu modernen, elektronischen Stellwerken umgebaut. So sind etwa schon die alten Stellwerke in Hütteldorf und Meidling modernisiert worden. Stellwerke sind zur Steuerung des täglichen Betriebs auf der U-Bahn besonders wichtig. Durch sie werden Signale und Weichen gestellt. Auch die Information über eine freie Strecke oder auch gesperrte Bereiche kommen über Stellwerke. Ohne sie wäre ein U-Bahn-Betrieb, wie wir ihn kennen, nicht möglich.

Die Generalsanierung der historischen Station Stadtpark liegt in den letzten Zügen

Die Generalsanierung der historischen Station Stadtpark liegt in den letzten Zügen. Beide Bahnsteige sind seit Ende Jänner 2017 wieder offen. Letzte Arbeiten, wie etwa Malerarbeiten, erfolgen noch im laufenden Betrieb, schränken die Fahrgäste der U4 aber nicht ein. Durch die Sanierung bleibt das beliebte U-Bahn-Gebäude von Otto Wagner auch für die nächsten Generationen erhalten.

 

Nächste Schritte in den kommenden Monaten

Bei Umbaumaßnahmen dieser Größenordnung ist die Erhaltung des laufenden Betriebes eine der größten Herausforderungen. Weil das nicht bei allen Arbeiten möglich ist, kommt es in den nächsten Jahren zu temporären Einschränkungen in einzelnen Abschnitten bzw. Stationen. Die nächsten Schritte der U4-Modernisierung konzentrieren sich in den kommenden zwei Jahren auf den Norden der Strecke.

Einbau neuer Weichen

An zwei Wochenenden im Frühjahr 2017 bauen wir zwischen den Stationen Spittelau und Roßauer Lände neue Weichen ein. Die U4 fährt in dieser Zeit wegen der Bauarbeiten nur von Hütteldorf bis Schottenring. Damit unsere Fahrgäste aber trotzdem vom Schottenring bis nach Heiligenstadt kommen, steht die Ersatzstraßenbahnlinie E4 zur Verfügung. Auch der D-Wagen fährt an diesen Wochenenden über den Kai und unterstützt damit die Linie E4.

Weichen ermöglichen auch das Umfahren von Störungen
Weichen ermöglichen auch das Umfahren von Störungen

Erhaltung historischer Stationen

Ebenfalls 2017 startet die Sanierung der Station Friedensbrücke. 2018 folgt dann die U4-Station Roßauer Lände. Nach dem Vorbild der Station Stadtpark bleibt auch bei diesen beiden Stationen immer ein Bahnsteig für die Fahrgäste offen. Die Arbeiten finden nacheinander auf jeweils einem Bahnsteig statt. So kann der U-Bahn-Betrieb trotz der Bauarbeiten weitergehen.

Bauarbeiten in Heiligenstadt und Modernisierung von Stellwerken

Ab 2017 modernisieren wir die Stellwerke Karlsplatz und Schottenring. Auch hier werden die alten Relais-Stellwerke gegen modernste Technik ersetzt. Im Sommer 2018 finden Arbeiten im Bereich um die Station Heiligenstadt statt, um mehrere Weichen zu erneuern und Gleisanlagen umzubauen.

Geplante Maßnahmen für 2019

Viele Arbeiten finden in den nächsten Jahren statt, ohne dass sie Einfluss auf die Fahrgäste der U4 haben. Aber zur Erneuerung der Gleise und des Gleisuntergrunds ist im Sommer 2019 eine Sperre der U4-Teilstrecke zwischen Längenfeldgasse und Karlsplatz notwendig. Wie schon im Westen der grünen Linie erneuern wir in diesem Bereich die komplette Gleisinfrastruktur und den Unterbau, bis in knapp zwei Meter Tiefe. Neben den Gleisen werden auch alle Stromschienen ausgebaut und modernisiert sowie Bahnsteige und Stiegen saniert. Auch während dieser U4-Teilsperre im Sommer 2019 stehen mehrere Öffi-Alternativen für unsere Fahrgäste zur Verfügung. Das detaillierte Konzept dazu wird gerade ausgearbeitet.

Die weiteren Bauarbeiten bis 2024 umfassen die Sanierung der Tunneldecken vom Karlsplatz bis zur Friedensbrücke, allgemeine Stationssanierungen entlang der Strecke und den Tausch von Rolltreppen in mehreren Stationen. Arbeiten wie diese beeinflussen den täglichen Betrieb der U4 aber kaum und bleiben von vielen Fahrgästen daher unbemerkt. Dennoch liegt noch viel Arbeit vor uns…

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Kommentare (5)

  • Es ist sicher eine große Herausforderung, diese Linie zu modernisieren. Die Störungen sind jedoch seit Wiederinbetriebnahme nach dem Sommer 2016 tageweise unerträglich geworden. In der letzten Woche vor Weihnachten verlor ich an einem einzigen Tag rd.50 min! Das macht keinen Spaß. Auf die Frage nach Entschädigung für JahreskartenBesitzer (schließlich waren auch die Sommermonate kein Honigschlecken) erhielt ich nur eine lapidare Entschuldigung.

    • Wir verstehen, dass das ärgerlich ist. Die Modernisierung ist aber notwendig und lässt sich nicht umgehen. Gerade im Sommer haben wir während der Teilsperre unterschiedliche Alternativen aufgezeigt und viele Linien deutlich verdichtet oder sogar verlängert. Eine U-Bahn ersetzt das leider nicht komplett. Das ist aber im normalen Betrieb nicht möglich, da gibt es bereits ein recht dichtes Angebot an anderen Linien. Viele Störungen haben oft gar nichts mit der Modernisierung zu tun. Wenn etwa ein Fahrgast Hilfe benötigt, ein Zug defekt ist oder es einen Polizeieinsatz gibt, dann hält das den Betrieb auf. Die Ursache hat aber nichts mit den Bauarbeiten zu tun. Solche Störungen können wir leider nicht verhindern und wir haben oft auch wenig Einfluss darauf. Wir bemühen und aber immer Störungen so schell wie möglich zu beheben.

  • Die Zustände bei den wiener u-bahnen sind derzeit wirklich eine Zumutung! Im Sommer hatte ich für die ständigen Verspätungen der u4 wegen der teilsperre ja noch einigermaßen verständnis bzw. konnte diesen Zustand mit Fahrrad umgehen, aber jetzt kommt es weiterhin mehrmals in der Woche zu Verspätungen. Nun kommt es zusätzlich auch auf der u1 ständig zu Ausfällen und wenn dann endlich Züge kommen, sind sie hoffnungslos überfordert. Ebenso die Station Schwedenplatz, die schon bei Normalbetrieb eine Zumutung für alle ist, die das Umsteigen zwischen u4 und u1 nicht vermeiden können. Und das geht jetzt bis 2024 so weiter?!?!

    • Hallo, es gibt ganz unterschiedliche Gründe für Störungen, nicht grundsätzlich nur die Modernisierungsarbeiten. Von Fahrgästen, die Hilfe brauchen über defekte Züge bis hin zu Feuerwehr-/Polizeieinsätzen und noch vieles mehr. Da gibt es zahlreiche Ursachen, auf die wir oft gar keinen Einfluss haben. Und an manchen Tagen kommt es leider vor das sich die Störungen häufen, so Tage gibt es. Bei einem Netz der Wiener Größe lassen sich Störungen leider grundsätzlich nicht vermeiden. Aber wir bemühen uns immer diese so schnell wie möglich zu beheben.

  • Es ist mir durchaus klar, dass viele der Störungen nicht mit der Modernisierung zusammenhängen. Manchmal werden die Wiener Linien auch einfach nur davon überrascht, dass es im Winter schneit. Und wenn jede Woche Wartezeiten wegen defekter garnituren entstehen, mangelt es vielleicht auch an der Wartung.
    Mir ist schon klar, dass sich manchmal Ereignisse häufen, aber im vergangenem jahr verging keine Woche ohne Störungen auf meinem weg von und zur Arbeit. Bis dahin kam ich vielleicht einmal im Monat falls überhaupt wegen der U-Bahn später an.

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