Bereits seit drei Jahren finden Vorarbeiten für die U1-Modernisierung statt. Für unser erstes Interview stand Christian Nebois, Ombudsmann für Anrainer, Rede und Antwort. Der studierte Ingenieur erklärt uns, warum der Fahrbetrieb während der Bauarbeiten nicht aufrechterhalten werden kann.
Wieso muss die U1 modernisiert werden?
Christian Nebois: Die U1 ist unsere älteste U-Bahnlinie. Wir wollen die Betriebssicherheit erhöhen und den Komfort für den Fahrgast verbessern. Das schaffen wir zum Beispiel mit neuen Weichen und neuen Gleisen. Wir arbeiten bereits seit drei Jahren an unserem Umsetzungsplan und haben bereits alle Vorarbeiten erledigt, für die wir die U-Bahnlinie nicht einstellen mussten. Unser Zeitplan ist sehr ambitioniert, damit die Fahrgäste nicht lange auf die U-Bahn verzichten müssen. Auf dem Streckenteil, wo wir die Gleise tauschen, werden für lange Zeit keine Bauarbeiten im Gleisbett mehr notwendig sein.
Ist es wirklich notwendig dafür den Betrieb einzustellen?
Nebois: Das bestehende Gleis liegt in einem Betonbett. Um die Weichen einzubauen, ist es notwendig, einen gewissen Teil des Betons zu entfernen. Erst danach können die Weichen eingebaut werden – dazu ist aber neuer Beton notwendig, der vorher trocknen und fest werden muss. In dieser Zeit darf und kann keine U-Bahn fahren.
Was bringen zwei neue Weichen und ein neues Gleisbett für die Fahrgäste?
Nebois: Durch die neuen Weichen muss der U-Bahnbetrieb nicht unterbrochen werden, wenn es eine Störung gibt. Die nachkommende U-Bahn kann dann dem stehenden Zug ausweichen. Außerdem werden die U-Bahnzüge durch den Tausch des Gleises beim Fahren noch leiser.
Werden Anrainer die Bauarbeiten mitbekommen?
Nebois: Wir sind bereits sehr bemüht, dass die Einschränkungen für die Anrainer so gering wie möglich gehalten werden. Zum Beispiel halten wir die Baustellenflächen, wo wir unser Material abstellen, so klein wie möglich, um den Anrainern keine Parkplätze unnötig weg zu nehmen. Unsere Transportschächte werden mit Hauben abgedeckt, die den Schall dämmen. Da wir die Sperre der U1 für unsere Fahrgäste so kurz wie möglich machen wollen, muss rund um die Uhr gearbeitet werden.
Werden Fahrgäste einen Unterschied bemerken nach der Modernisierung?
Nebois: Ja, kleinere Arbeiten wie Rolltreppen-Tausch und Umbau der Lüftungen werden auch Fahrgäste bemerken. Allerdings die großen Arbeiten, wie das teilweise neue Gleisbett und die Weichenverbindung werden optisch den Fahrgästen nicht auffallen.
Werden Fahrgäste viel mehr Zeit einplanen müssen für den Ersatzverkehr?
Nebois: Es werden als Ersatzverkehr zwei Straßenbahnlinien verstärkt geführt. Wir ersuchen unsere Fahrgäste für Ihre Wege trotzdem rund 20 Minuten mehr einzuplanen. Wir empfehlen auch auf die S-Bahnen auszuweichen.
Sie sind Ombudsmann für die U1-Modernisierung: Kann ich mich denn als Fahrgast oder Anrainer mit Fragen an Sie wenden?
Nebois: Ich bin in erster Linie für Fragen rund um die Baustellen zuständig. Anrainer können mich im Büro unter 01-7909-67212 erreichen. Angenommen, in der Nacht wurde ein Baustellen-Zaun vom Wind umgeworfen, dann bin ich der richtige Ansprechpartner. Fahrgäste mit Fragen rund um den Ersatzverkehr erhalten Antworten über das Kundentelefon 01-7909 – 100 und Facebook.

Die Aussage unter größtmöglicher Schonung der Anrainer ist bestenfalls Schönsprech:
a) schon derzeit regelmäßig stattfindenden Nachtarbeiten sind extrem laut (der Kran macht einen Höllenlärm, da brauchts keine Abdeckungen)
b) die Baustelle Ecke Mayerhofgasse ist zu gross dimensioniert: regelmäßiges Bauschutt/gerümpel-Wegräumen würde es mit sich bringen, daß die Container in der Baustelle Platz hätten
c) die Baustelle Ecke Theresianumgasse ist halt auch da: gemacht wird dort irgendwie nichts, außer Container aufgestellt, Autos geparkt und das übliche Baustellengerümpel abgelegt. Auch hier hätte man durch sparsamere Anordnung das Strabag-WC unterbringen können.
d) besagtes WC ist “idealerweise” direkt vor einen Fahrradständer aufgestellt.
e) die Verschwenkung bringt es mit sich, daß alle Einsatzfahrzeuge die untere Favoritenstrasse bis zum Südtirolerplatz mit Dauersirene durchbrettern müssen – zu jeder Tags- und Nachtzeit: anrainerfreundlich?
f) die angebene Bauzeit ist extrem lange (Minium 9 Monate, ich vermute aber die Baustelle wird frühestens im Frühjahr 2013 völlig entfernt, weil man ja im Winter nix tun kann/darf – dazu siehe den endlosen Gürtelumbau)
Ich habe nicht das Gefühl, hier hätte eine “minutiöze Planung” stattgefunden, eher wurde recht grosszügig mit Platz und Zeit umgegangen.
Frage am Rande: wann wird denn die U4 derart generalsaniert???
Liebe Anrainerin, wir haben Deinen Kommentar an Christian Nebois weitergeleitet. Er würde sich gerne mit Dir unterhalten! Willst Du ihn nicht gleich selber anrufen? Es ist sicher viel besser, wenn er auf deine Fragen, Befürchtungen und Beschwerden eingeht, als wenn Du von uns aus zweiter Hand seine Antworten bekommst! Seine Nummer lautet: +43 (1) 7909 67212.
@U4: Eine Generalsanierung der U4 ist derzeit kein Thema.
LG von Deinem Blog-Team
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