In diesem Blogbeitrag erklären wir, warum es manchmal etwas länger dauern kann, bis eine Rolltreppe wieder in Betrieb ist.

Rolltreppen und was dahinter steckt

„Warum ist die Rolltreppe noch immer defekt?“ Solche Anfragen erhalten wir oft. Um Klarheit zu schaffen, haben wir uns mit der Thematik näher beschäftigt und die häufigsten Fragen zusammengefasst, warum es manchmal etwas länger dauern kann, bis eine Anlage wieder in Betrieb ist.

Insgesamt haben wir 371 Rolltreppen in unserem Netz. Die Verfügbarkeit liegt bei rund 97%. Um diesen sehr hohen Wert auch halten zu können, warten wir unsere Rolltreppen und Aufzüge laufend. Monatlich erfolgt eine Wartung, die im Schnitt bis zu vier Stunden dauern kann. Alle zweieinhalb Jahre gibt es ein großes Service, das einige Tage in Anspruch nehmen kann. Bei besonders langen Rolltreppen können diese Arbeiten auch bis zu zehn Tage dauern. Nur durch laufende Wartung können Rolltreppen möglichst lange und zuverlässig in Bewegung sein. Dennoch sind Ausfälle nicht immer vorherzusehen und zu verhindern.

Sicherheit geht vor

Jede Rolltreppe verfügt über ca. 20 Sicherheitseinrichtungen, die einen gefahrlosen Betrieb gewährleisten. Sobald eine dieser Einrichtungen anspricht, schaltet sich die Anlage aus Sicherheitsgründen ab. Fremdkörper in der Anlage können diese Sicherheitseinrichtungen zum Auslösen bringen. Gerade Rolltreppen, die ins Freie führen, wie etwa bei U-Bahn-Stationen, sind störanfälliger. Streusplit im Winter ist eine der häufigsten Ausfallursachen.

Sobald eine Rolltreppe ausfällt, schickt die Anlage automatisch eine Störmeldung in die Leitstelle der Wiener Linien. Dort leiten KollegInnen weitere notwendige Schritte ein, damit die Rolltreppe so schnell wie möglich wieder funktionstüchtig ist. Den aktuellen Status einer Rolltreppe können Fahrgäste im Störungsfall, aber auch bei geplanten Wartungen auf unserer Webseite nachverfolgen. Bei Rolltreppen ist der aktuelle Status 30 Minuten nach dem Ausfall online ersichtlich, um der Stationsaufsicht noch die Möglichkeit zu geben, einen Fehler zu beheben.

Warum es manchmal etwas länger dauert

Jede Rolltreppe ist eine Sonderanfertigung. Sie ist in Hubhöhe, Neigung, Länge und Stufenbreite einzigartig und genau für die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Station geschaffen. Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn zwei oder mehr Rolltreppen nebeneinander laufen, dann sind diese ident. Ansonsten ist jede Rolltreppe in unserem Netz ein Unikat. Die Reparatur einer Rolltreppe dauert deswegen manchmal länger, weil Ersatzteile maßangefertigt oder beispielsweise bei einer Getriebereparatur aufwendig wieder in Stand gesetzt werden müssen. Ersatzteile sind leider keine "Produkte von der Stange", die man rasch im Vorbeigehen im Baumarkt kaufen kann. Und viele Ersatzteile sind auch sehr teuer, manche kosten tausende Euro. Da die Teile so individuell sind, kann man auch nicht für jede Rolltreppe und jedes Teil ein Ersatzteillager auf Vorrat haben.

Für die Reparatur einer Rolltreppe müssen wir manchmal spezielle Ersatzteile anfordern. Daher kann es länger dauern, bis die Anlage wieder verfügbar ist.
Für die Reparatur einer Rolltreppe müssen wir manchmal spezielle Ersatzteile anfordern. Daher kann es länger dauern, bis die Anlage wieder verfügbar ist.

Ist tatsächlich etwas kaputt, wird das beschädigte oder abgenutzte Teil ausgebaut und zu einer externen Firma zur Reparatur geliefert. Mitunter kann es hier zu Wartezeiten von mehreren Tagen kommen, da die Firma auch Aufträge anderer Unternehmen hat. Daher braucht die Lieferung von Ersatzteilen mitunter etwas länger. Das wirkt sich entsprechend auf die Dauer der Reparatur der Rolltreppe aus.

Auch bei einem Sturz auf der Rolltreppe, wird diese außer Betrieb genommen. Der TÜV überprüft dann, ob die Rolltreppe technisch einwandfrei funktioniert. Erst wenn der TÜV seine Freigabe gibt, können wir sie wieder in Betrieb nehmen.

„Nie sieht man jemanden an der Rolltreppe arbeiten!"

Für die Steuerung und meist auch den Motor gibt es in den Stationen eigene Räume, die abseits im Verborgenen liegen. Dort passiert die meiste Arbeit, nicht direkt an der Rolltreppe. Das ist auch der Grund, warum oft keine ArbeiterInnen zu sehen sind. Viele Arbeiten passieren außerdem in der betriebslosen Zeit spätnachts. Dadurch entsteht meist der irrtümliche Eindruck, dass gar nicht an der Anlage gearbeitet wird.

Nicht immer sind ArbeiterInnen zu sehen, da sie oft entweder in eigenen Betriebsräumen oder in der Nacht tätig sind.
Nicht immer sind ArbeiterInnen zu sehen, da sie oft entweder in eigenen Betriebsräumen oder in der Nacht tätig sind.

Bei großen Wartungen versuchen wir, immer nur eine Rolltreppe außer Betrieb zu nehmen, wenn mehrere Anlagen nebeneinander laufen.

"Ein ewiges Auf und Ab"

Generell kann eine neue Rolltreppe in beide Richtungen betrieben werden. Wenn sie allerdings über viele Jahre in dieselbe Richtung fährt, können wir die Fahrtrichtung nicht mehr ändern. Das gesamte Führungssystem und die Lager sind dann bereits in diese eine Richtung eingelaufen. Einzelteile werden mit der Zeit abgenützt, sodass der Betrieb nur mehr in eine Richtung möglich ist. Außerdem würde eine Richtungsänderung zu Verwirrung und zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Besonders blinde und sehbehinderte Fahrgäste nutzen ihnen bekannte Wege. Wird eine Rolltreppe allerdings vormittags und nachmittags aufgrund des erhöhten Fahrgastaufkommens immer wieder umgestellt, ist es kein Problem die Fahrtrichtung dieser Rolltreppe zu ändern.

Nicht alle Rolltreppen lassen sich beliebig in Aufwärts- oder Abwärtsrichtung stellen.
Nicht alle Rolltreppen lassen sich beliebig in Aufwärts- oder Abwärtsrichtung stellen.

Rolltreppen-Infos online abrufbar

Informationen zu Reparaturen oder Wartungsarbeiten an unseren Rolltreppen gibt es wie bereits erwähnt auf unserer Website www.wienerlinien.at. Direkt auf der Startseite sind alle aktuellen Störungsinformationen zu Rolltreppen und auch den Aufzügen zu finden, gleich neben den Informationen über Verspätungen und Störungen im gesamten Netz der Wiener Linien.

Weiters zeigen wir auf unserer Homepage auch geplante Wartungen von Aufzügen und Rolltreppen ein paar Tage im Voraus an. Diese Infos stellen wir auch in unserer Handy-App qando zur Verfügung.

 „Good to know" – was man noch wissen sollte

Alle Rolltreppen im Netz der Wiener Linien fahren mit einer Geschwindigkeit von 0,65m/s, das entspricht 2,34km/h.

Insgesamt sind 30 MitarbeiterInnen an 365 Tagen im Jahr für die Wartung und für den Störungsdienst der Rolltreppen im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass eine Rolltreppe nach durchschnittlich 25 Jahren Betrieb ca. 400.000 Kilometer zurückgelegt hat und Millionen Fahrgäste sicher und bequem befördert wurden.

Noch ein Hinweis: Kinderwägen sind wegen der Sturzgefahr nicht auf Rolltreppen zugelassen. Bitte nutzen Sie mit Kinderwagen die Aufzüge in den Stationen. 

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Kommentare (15)

  • „…Noch ein Hinweis: Kinderwägen sind wegen der Sturzgefahr nicht auf Rolltreppen zugelassen. Bitte nutzen Sie mit Kinderwagen die Aufzüge in den Stationen…“
    Die UBahnstation Landstraße ist das beste Beispiel dafür, dass dies überhaupt nicht funkitoniert.
    Egal wann, aber es sind immer Kinderwägen auf den Rolltreppen!!!!

    Planen die Wienerlinien, wie auch die ÖBB, Metallpylonen vor den Rolltreppen aufzubauen, damit Kinderwägen nicht die Rolltreppe benutzen??

    • Aktuell ist das nicht geplant. Leider hält das auch den Fahrgastfluss auf. Das ist gerade in einer U-Bahn-Station nicht unrelevant. Es gibt auf jeder Rolltreppe Hinweisaufkleber, die zeigen, was erlaubt ist und was nicht.

      • Hallo Frau Pimpel,
        ich gebe ihnen Vollkommen recht, der Fahrgastfluss würde vermutlich noch mehr leiden, vorallem in Stationen wie Lnadstraße oder auch Stephansplatz.

        Aber mit der Aussage „Es gibt auf jeder Rolltreppe Hinweisaufkleber, die zeigen, was erlaubt ist und was nicht“ kann auch nicht ernst gemeind sein–> es hat genau keine Konsequenzen wenn dennoch die Rolltreppe benutzt wird, nichteinmal wenn mitarbeiter der Wiener Linien direkt daneben stehen(und das ist erfreulicherweise bei der Station landstraße fast immer so)
        Es stehen auch rauchverbotszeichen aufgestellt, dennoch wird geraucht….

        Danke

        • Wie will man auch die Raucher vom Rauchen abhalten?
          Habe allerdings fast noch nie Raucher in den Stationen gesehen. Sehr selten.
          Kinderwägen auf Rolltreppen sind hingegen alltag. Habe aber auch noch nie jemanden damit stürzen sehen. Denke da muss man schon besonders…begabt sein…um das hin zu bekommen.

  • Weil hier erwähnt wurde, dass die Benützung mit Kinderwägen verboten ist, gibt es noch was, welches mich auf die Palme bringt und ärgert:

    Hunde auf der Rolltreppe 😣 😥

    Ich bin selbst Hundehalter und daher habe ich auch absolut kein Verständniss für Leute die ihren Hund auf der Rolltreppe transportieren müssen ohne dabei den Hund hoch zu heben und zu tragen!!

    Gut mir ist klar das geht nur bis zu einer bestimmten Größe und einem bestimmten Gewicht, aber wenn es nicht geht oder es zu aufwändg ist den Hund hoch zu heben, dann sollte man Treppen, evtl. Lifte nutzen. Gut es gibt Stationen, da ist es nicht gerade mit gut Liften gelegen bzw. gibt es gar keine feste Stiege (z.B. Schwedenplatz), jedoch kann man mit einigen Geschick und Grundwissen Alternativen fnden. z.Bsp. statt am Schwedenplatz in die U4, dann halt am Schottenring umsteigen.

    Daher mein Apell an die Hundebesitzer – nimmt euren Liebling bitte auf den Arm wenn ihr die Rolltreppe benutzt, denn das Verletzungsrisiko ist einfach zu hoch!! Auch bei allem Geschick des Hundes, Danke

    Und den Wiener Linien würde ich vorschlagen, dass sie vielleicht mittels Schwerpunktaktionen und verteilen von Foldern vielleicht die Leute über das Verhalten auf Rolltreppen aufklärt, denn Kinderwagen und Hunde sind nur zwei von vielen Themen, denn da gibt eine ganze Menge an Fehlern, wo andere und der Benutzer selbst gefährdet wird.

  • Komme gerade aus Deutschland retour
    da, wo selbst in Hamburg am Bahnhof teilweise Gehspuren auf dem Bahnsteig markiert sind.

    Laufen auf Treppen und auf Rolltreppen nur im Notfall
    die langen Schlangen vor den Rolltreppen gibt es da weniger
    und das auf den Rolltreppen gerannt wird und dabei stehend Fahrende umgestossen werden, wie es in Wien ja langsam Volkssport wird, ist mir da auch nicht vor gekommen

  • Und darum wurden zB in der Endstation (!!!!) Leopoldau gleich gar keine eingebaut… Wenn der Aufzug ausfällt, gibts keinen barrierefreien Weg mehr.

    • Rolltreppen fallen bitte NICHT unter barrierefreiheit! d.H ohne Aufzug ist die Station NICHT barrierefrei, egal ob mit oder ohne Rolltreppen. SInd auch nicht in allen Stationen sinnvoll – siehe zB U6 – in Siebenhirten und anderen Stationen ist der Weg vom Bahnsteig zur Straße so kurz, dass Rolltreppen kaum sinn machen.

  • .. und in meinem nächsten Leben werde ich Rolltreppen-Wartungstechniker im Jonas-Reindl – da wird man nie arbeitslos

    • Nicht alle Rolltreppen dort gehören den Wiener Linien (nur die direkt bei der U-Bahn), sondern der Stadt Wien. Aber ändert ja nichts daran, dass Rolltreppen im Öffi-Netz sehr intensiv genutzt werden (und oftmals auch Wind und Wetter ausgesetzt sind), da kann es aus zahlreichen Gründen leider dazu kommen, dass eine Störung auftaucht 😉 2.,5 Mio Fahrgäste pro Tag im Wiener Öffi-Netz, jede Menge davon nuten auch die Rolltreppen 🙂

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