Was früher das Straßenbahnmuseum der Wiener Linien war, ist heute das Verkehrsmuseum„Remise" und erzählt die Geschichte des öffentlichen Verkehrs in Wien.

Remise: 150 Jahre Wiener Verkehrsgeschichte

Was früher das Straßenbahnmuseum der Wiener Linien war, ist heute das Verkehrsmuseum „Remise“ und erzählt die Geschichte des öffentlichen Verkehrs in Wien.

Unser Verkehrsmuseum Remise hat selbst eine lange Geschichte zu erzählen: Das Gelände war früher ein Betriebsbahnhof für Straßenbahnen, eine Remise. Diese wurde 1901 errichtet und war bis 1990 in Betrieb. Von 1986 bis 2013 befand sich hier, am Ludwig-Koeßler-Platz im dritten Wiener Gemeindebezirk, das Straßenbahnmuseum. Dieses stellte rund hundert Fahrzeuge aus. Darunter waren Straßen- und Stadtbahnen, aber auch Autobusse, eine Dampftramwaygarnitur von 1885/1886 oder die Pferdetramway aus dem Jahr 1868. Über viele Jahre war es ein Museum für LiebhaberInnen historischer Straßenbahnen.

Die Remise Erdberg im Jahr 1978. Ein paar Jahre später entstand hier das Straßenbahnmuseum der Wiener Linien.
Die Remise Erdberg im Jahr 1978. Ein paar Jahre später entstand hier das Straßenbahnmuseum der Wiener Linien.

Doch die Remise beherbergte nicht nur alte Straßenbahnen und Busse: Im Jahr 2009 drehten die Pussycat Dolls hier sogar ihr Musikvideo zu ihrem Song „Jai Ho (You are my destiny)" aus dem Film „Slumdog Millionaire".

Familienfreundliches Museum statt Depot für Fahrzeuge

Nach mehr als hundert Jahren in Betrieb musste das Gebäude jedoch grundlegend saniert werden. Im Zuge dessen haben wir die alte Ausstellung in ein Museum des öffentlichen Verkehrs umgestaltet und barrierefrei gemacht.

Mit der Gestaltung der Remise gab es eine inhaltliche Neuausrichtung. Nun stehen die Familien im Mittelpunkt. Dieser Schritt war laut Christian Rapp, dem Kurator der Ausstellung, wichtig. Die bisher rein technische Präsentation von Straßenbahnen als Verkehrsmittel wurde in den Hintergrund gestellt. Im Vordergrund der neuen Ausstellung stehen deswegen die vielfältige Geschichte der Exponate sowie ein Blick hinter die Kulissen des täglichen Öffi-Betriebs.

„Unser Ziel ist es, dass wir nicht nur Fahrzeuge ausstellen, sondern wir wollen auch in die mehr als 150-jährige Geschichte des öffentlichen Verkehrs in Wien eintauchen. Wir wollen zeigen, wie die Menschen früher gearbeitet haben, aber auch wie sich Wien als Stadt entwickelt hat. Die Besucherinnen und Besucher nehmen wir so auf einen spannende Zeitreise mit", so Hans Baierl, Leiter des Verkehrsmuseums Remise.

Am 13. September 2014 eröffneten wir unser Verkehrsmuseum Remise.
Am 13. September 2014 eröffneten wir unser Verkehrsmuseum Remise.

Erinnerungen aus dem Alltag des öffentlichen Verkehr werden in der Ausstellung wach. So ist der Bus, der 1976 beim Einsturz der Reichsbrücke mit in die Donau gestürzt ist, in der Remise zu finden. Aber neben den Themenbereichen Straßenbahn und Autobus darf natürlich auch die U-Bahn nicht fehlen. Die Entwicklung von der Straßenbahn über die Ustrab hin zur U-Bahn war und ist schließlich ein wichtiger Punkt in der Verkehrsgeschichte Wiens und damit auch der Stadtgeschichte! So wartet nun eine umgebaute Silberpfeil-Garnitur mit verglasten Schaufenstern, die einen Blick in die Fahrzeugtechnik erlauben, auf die BesucherInnen. Ein Video des nächtlichen Transports der U-Bahngarnitur in die Remise haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Zeitreise durch 150 Jahre Verkehrsgeschichte

Unterschiedliche Themeninseln ermöglichen eine spannende Zeitreise durch die Geschichte des öffentlichen Verkehrs in Wien: von der Pferdetramway aus Kaiserszeiten, über den berühmten „Amerikaner" der Nachkriegszeit, bis zur Eröffnung der Wiener U-Bahn 1978. Die Wiener Linien waren damals nicht bloß ein Verkehrsanbieter, sondern ein prägendes Element im Wiener Stadtbild. Und sie sind es auch heute noch!

BesucherInnen können sich auf unterschiedliche Schwerpunkte wie öffentlicher Verkehr in der Zwischenkriegszeit, die harte Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg oder Öffis im Alltag der Wienerinnen und Wiener in den letzten Jahrzehnten freuen. Dabei nahm vor allem die Straßenbahn eine zentrale Rolle ein. Sie trug doch über viele Jahrzehnte die Hauptlast des öffentlichen Verkehrs in Wien. Auch der einstige innerstädtische Ausflugsverkehr mit den Öffis, etwa zu den Bädern oder in den Wienerwald, ist Thema in der Ausstellung.

In der Ausstellung warten viele interaktive Stationen.
In der Ausstellung warten viele interaktive Stationen.

Multimedial und interaktiv

Die Remise ist ein Museum zum Angreifen, Ausprobieren und Erleben für die ganze Familie. Alle Themenstationen beinhalten interaktive und multimediale Elemente. Der multimediale U-Bahn-Simulator erlaubt den BesucherInnen zum Beispiel, in die Rolle eines U-Bahn-Fahrers zu wechseln. In der Remise spielen auch Schienenfahrzeuge eine große Rolle. Immerhin sind in Wien seit fast 150 Jahren Straßenbahnen im Einsatz!

Welche logistische Meisterleistung das Wiener Straßenbahn-Netz bereits in der Vergangenheit, vor dem Bau der U-Bahn, war, erfahren BesucherInnen anhand eines Spiels. Folgende Annahme: Zu Allerheiligen findet ein großes Match im Stadion statt. Die Menschenmassen strömen Richtung Stadion und zu den Friedhöfen. Die BesucherInnen lernen, wie herausfordernd es ist, große Menschenmassen zu koordinieren und den Straßenbahnbetrieb „am Laufen" zu halten. Bei einer weiteren Themeninsel können MuseumsbesucherInnen in die Rolle eines Schaffners schlüpfen.

Ein Museumsshop mit Produkten rund um den öffentlichen Verkehr darf in der Remise natürlich nicht fehlen. Und auch ein Blick über den Tellerrand ist möglich: In einer eigenen Halle sehen die BesucherInnen, welche Lösungen für den öffentlichen Verkehr andere Städte weltweit gefunden haben.

Heute kann die Remise auch als Eventlocation gemietet werden. Für mehr Infos dazu sowie Öffnungszeiten und Führungen, besuchen Sie www.remise.wien

Wer sich auf seinen Besuch in der Remise einstimmen lassen möchte, schaut sich unser 360° Panorama an.

Nach oben

Kommentare (2)

  • Wir haben das Museum besucht und werden ganz bestimmt wieder kommen. Es Warren tolles Erlebnis.
    Wie haben vielen empfohlen, das Museum zu besuchen!
    Freundliche Gruessen aus Kopenhagen.

  • Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

    Tragen Sie Ihre Daten unten ein oder klicken Sie ein Icon um sich einzuloggen.

    Unser nächster Artikel
    Viele Betriebsgebäude werden heute anders genutzt als früher.

    Was wurde aus ehemaligen Remisen und Bus-Garagen?

    11 Mai 2017