Weil in den Öffis der Mensch zählt

Genaue Beobachter. Um zu entscheiden, welche Linie wann und wie oft fahren muss, sind für die Wiener Linien Fahrgastzähler im Einsatz.

Warum fährt mir beim Umstieg aus der U1 am Stephansplatz immer die U3 vor der Nase weg?“ Kundenanfragen wie diese kennt Franz Schnötzinger zur Genüge, wenn auch längst nicht alle in seinem Mailfach landen. „Gerade bei Anschlussmöglichkeiten müssen wir bedenken, mit welcher Linie mehr Personen unterwegs sind. Am Stephansplatz ist das die U3, also geht hier der umgekehrte Umstieg vor.“ Schnötzinger ist seit 1998 Referatsleiter der Abteilung Mobilität und Statistik. Trotzdem reagiere er nicht auf jede Beschwerde so routiniert. „Wir prüfen alle Kundenanfragen“, sagt er, „und in vielen Fällen schicken wir einen unserer acht Fahrgastzähler hin.“

Franz Schnötzinger und Herbert Merz sind heute im Bus der Linie 93A unterwegs und dokumentieren die Auslastung des Fahrzeugs.
Franz Schnötzinger und Herbert Merz sind heute im Bus der Linie 93A unterwegs und dokumentieren die Auslastung des Fahrzeugs.

Das ist zum Beispiel Herbert Merz, der heute für die Linie 93A eingeteilt ist und mit Block und Kugelschreiber auf der Rückbank Platz genommen hat. „Von hier aus sehe ich am meisten“, sagt er, während er in eine Liste einträgt, wie viele Personen an der Station Schilfweg aus- bzw. eingestiegen sind: drei und zwei. Merz zählt analog aus, je nach Öffi-Partnerverband kommt manchmal auch eine eigene App zum Einsatz.

Gezählt wird entweder elektronisch ...
Gezählt wird entweder elektronisch ...
... oder händisch.
... oder händisch.

„Jede unserer Linien wird wenigstens einmal im Jahr ausgezählt“, sagt Thomas Fischer, Stellvertreter Schötzingers im Angebotsreferat. Ziel ist für alle Fahrzeugtypen eine Auslastung von maximal 70 % pro Fahrt, außerdem gibt es sogenannte Intervallgrundsätze, die sich nach Zentrumsnähe oder -ferne der jeweiligen Linie unterscheiden.

Wie viele Leute steigen aus?
Wie viele Leute steigen aus?

Die geringstmögliche Wartezeit lasse sich in den Stationen nicht einmal anzeigen, sagt Schnötzinger: Sie beträgt genau zweieinhalb Minuten.

Text: Mareike Boysen
Bilder: Stefan Joham
Diese Geschichte finden Sie auch im Vormagazin.
Nach oben

Kommentare (1)

  • Hallo die Linie 69a ist am Sonntag wegen den Flohmarkt hasenleitengasse sehr voll kein Sitzplatz frei durch viele Flohmarkt gegenstände man kann sich kaum bewegen und nehmen keine rücksicht auf andere Fahrgäste.
    LG

  • Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

    Tragen Sie Ihre Daten unten ein oder klicken Sie ein Icon um sich einzuloggen.

    Unser nächster Artikel
    Die Arbeiten auf der U4 gehen zügig voran

    Schwerarbeit im Akkord – 800 Hände im Einsatz

    7 Juni 2016