Die Geschichte der U6: Teil 3

Der dritte Teil unserer Serie zur U6 beschäftigt sich mit den verwendeten Fahrzeugen sowie den seit einigen Jahren durchgeführten Revitalisierungsarbeiten.

Wer die ersten zwei Teile unserer Serie zur Geschichte der U6 verpasst hat: Im ersten Teil ging es um den Vorläufer der U6, die Stadtbahn und im zweiten Teil um die Umstellung auf den U-Bahn-Betrieb. Heute geht es um die verwendeten Fahrzeuge und die laufenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten.

Neue Fahrzeuge für die Stadtbahn

Zur Zeit der Umstellung auf die U6 waren die Stadtbahngarnituren „N1“ schon überaltert und mussten dringend ausgetauscht werden. Bereits vor der Vertragsunterzeichnung über den Bau der U6 wurden daher neue Züge der Typen „E6“ (Triebwagen) und „c6“ (Beiwagen) bestellt. Die E6/c6-Garnituren waren dann auch einige Jahre entlang der Stadtbahn und später der U6 unterwegs, aber die Anstiegshöhe wurde bald problematisch. Sie verzögerte den Einstieg der Fahrgäste und das auf einer Linie, die aufgrund ihrer Verlängerungen nach Floridsdorf und Siebenhirten immer stärker genutzt wurde.

Züge der Type E6/c6 kamen zuerst auf der Stadtbahn zum Einsatz. Hier die Station Nußdorfer Straße im Jahr 1987.
Züge der Type E6/c6 kamen zuerst auf der Stadtbahn zum Einsatz. Hier die Station Nußdorfer Straße im Jahr 1987.

Barrierefreie Fahrzeuge auf der U6

Das langsame Ein- und Aussteigen sowie die fehlende Barrierefreiheit führten zum Kauf von Niederflurfahrzeuge der Type „T“ entwickelt von Bombardier. Von vielen wurden die Garnituren „die Blade“ genannt, da die Fahrzeuge breiter waren als die E6/c6-Garnituren.

Am 5. Dezember 1993 war es dann so weit, das erste Niederflurfahrzeug fuhr auf der Linie U6.  Bis 2008 gab es einen Mischbetrieb aus E6/c6 und T- Garnituren, der am 23. Dezember 2008 endete. Die Linie war nun komplett mit barrierefreien Fahrzeugen ausgestattet. Um die fehlenden Fahrzeuge der Type E6/c6 zu kompensieren, wurden ebenfalls 2008 die ersten Züge der Nachfolgegeneration des T-Wagens, die Type T1, in Betrieb genommen.

Moderne Niederflurfahrzeuge der Typen T und T1 sind heute die Fahrzeuge der Linie U6.
Moderne Niederflurfahrzeuge der Typen T und T1 sind heute die Fahrzeuge der Linie U6.

U6 Modernisierung: Jugendstiljuwele erhalten

Bereits in den letzten Jahren startete die schrittweise Generalsanierung der historischen Jugenstil-Bauwerke auf der U6, die vom Architekten und Stadtplaner Otto Wagner entworfen wurden. Nach den sanierten und modernisierten Stationen Josefstädter Straße und Burggasse, startete im Sommer 2014 die Komplettsanierung der Station Alser Straße. Die Bahnsteige, Fassaden, das Mauerwerk, die Böden, Decken und Wände, Stiegenhäuser, Dachkonstruktion sowie die gesamte Haus- und Sicherheitstechnik wurden im Laufe der eineinhalbjährigen Bauzeit komplett erneuert. Seit wenigen Wochen ist die Station Alser Straße nun offiziell auch Verkehrsdenkmal.

Die frisch renovierte Station Alser Straße erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz.
Die frisch renovierte Station Alser Straße erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz.

In den Jahren 2016 – 2020 sind dann Währinger Straße und Nußdorfer Straße an der Reihe. Beide Stationen werden ebenfalls rundum erneuert.

Neuer Glanz für Thaliastraße

Nicht nur die historischen Otto-Wagner-Stationen werden derzeit saniert, auch die Station Thaliastraße hat 2015 neue Bahnsteige und verbesserte Maßnahmen zur Barrierefreiheit bekommen. Im Zuge der Bahnsteigarbeiten wurde das taktile Leitsystems für blinde und sehbehinderte Menschen erneuert, das die Orientierung erleichtert. Die Zugänglichkeit der Station wurde vor allem für RollstuhlfahrerInnen sowie Eltern mit Kinderwagen deutlich verbessert, indem die bisher verbauten Türen durch Rolltore ersetzt wurden. Der Zugang ist jetzt also auch ohne fremde Hilfe möglich.

Bessere Barrierefreiheit gibt es nach Abschluss der Bauarbeiten. Im Bild ist das taktile Leitsystem gut zu erkennen.
Bessere Barrierefreiheit gibt es nach Abschluss der Bauarbeiten. Im Bild ist das taktile Leitsystem gut zu erkennen.

Fakten zur U6

Die U6 ist die längste U-Bahn-Linie in Wien, aber nur noch bis Herbst 2017, bis die Eröffnung der U1 nach Oberlaa in Betrieb gehen wird. Die Fahrzeit beträgt 34 Minuten auf einer Strecke von 17,34 km, es werden 24 Haltestellen eingehalten. Weiters ist die Linie U6 eine der am stärksten nachgefragten Linien im Wiener Öffi-Netz, das kürzeste Intervall während der Hauptverkehrszeit beträgt 2,5 Minuten.

Wir hoffen, unsere Serie zur Geschichte der U6 hat euch gefallen. Hinterlasst doch einen Kommentar und sagt uns eure Meinung! Über welche U-Bahn-, Straßenbahn- oder Buslinien würdet ihr auch gerne mehr erfahren?

Nach oben

Kommentare (1)

  • Vielen Dank für diese äußerst interessante Geschichte – ich freue mich immer über historische Hintergrundinformationen zu der Wiener U-Bahn, da ich diese jeden Tag nutze und mit solchem Wissen das Gefühl habe, mit offneren Augen durch das Leben zu gehen.

  • Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

    Tragen Sie Ihre Daten unten ein oder klicken Sie ein Icon um sich einzuloggen.

    Unser nächster Artikel

    Die Geschichte der U6: Teil 2

    25 Dezember 2015