Öffis sind sehr flächeneffizient und nutzen den Platz in der Stadt besser als Autos.

Freie Fahrt in die Zukunft

Es ist ein reizvolles Planspiel: Alle Wege werden nur noch mit Bim, Bus und Co. erledigt – Wien hätte sofort den Platz von 700 Fußballfeldern für andere Zwecke gewonnen. Wien MOBIL hat mit unserem Kollegen Markus Ossberger, Leiter der Stabstelle Infrastruktur, über die effiziente Nutzung von Verkehrsflächen gesprochen.

Wien MOBIL: Der Platz in einer Stadt lässt sich nicht wie durch Zauberei vermehren – was bedeutet das für die Öffis?

Ossberger: Jeder möchte so viel Platz wie möglich, das betrifft Autofahrer ebenso wie Fußgänger oder Radfahrer. Im Vordergrund sollte jedoch die tägliche Realität stehen, wenn es um die Aufteilung von Flächen geht. Wenn 39 Prozent aller Wege in Wien öffentlich erledigt werden, zeigt das deutlich, wohin die Entwicklung des Verkehrs geht.

"Es braucht eine genaue Planung, damit die Öffis zukunftsfit bleiben können", so Markus Ossberger.
"Es braucht eine genaue Planung, damit die Öffis zukunftsfit bleiben können", so Markus Ossberger.

Wien MOBIL: Wie können die Bewohner ganz konkret von mehr Flächen für den öffentlichen Verkehr profitieren?

Ossberger: Durch eine gesteigerte Lebensqualität. Der öffentliche Verkehr schont nicht nur die Umwelt und Ressourcen, sondern verzeichnet auch weniger Unfälle als der Autoverkehr. Die Sicherung von regionalen Jobs ist ein zusätzlicher Aspekt. Durch viele kleinteilige Arbeiten kom­men bei den Wiener Linien nicht nur Konzerne zum Zug. Sondern auch der kleine Schlosser aus dem Bezirk, der in seiner Nähe für uns Reparaturarbeiten durchführt.

 

 

Wien MOBIL: Wie können die städtischen Flächen künftig noch effizienter für Bim, Bus und Co. genutzt werden?

Ossberger: Eine Anforderung sind größere Haltestellen, schon aufgrund der weiter steigenden Zahl an Fahrgästen. Beschleunigungen an den Ampeln oder eigene Spuren für den Bus sind ebenfalls solche Themen, mit dem sich die Ver­antwortlichen beschäftigen. Wir investieren daher intensiv in die Forschung, damit ein realistisches Bild entsteht, welche Maßnahmen zielführend sein könnten.

Wien MOBIL: Wo liegen die Probleme bei der Umsetzung?

Ossberger: Es existieren viele technische Einbauten in den Straßen wie Hydranten. Man kann jedoch auch eine Gasse nicht plötzlich über Nacht kleiner oder größer gestalten. Tägliche Behinderungen auf der Straße durch Baustellen sind ein weiterer Aspekt, so wie auch die Finanzierung. Nötig sind eine präzise Planung sowie Gespräche mit sämtlichen Beteiligten, damit die Öffis zukunftsfit bleiben.

 

So sorgen die Öffis für eine effiziente Beförderung

Eigene Ampelschaltungen helfen den Öffis schneller voranzukommen
AMPELBESCHLEUNIGUNGEN

In Wien finden sich bislang über 900 Ampeln, bei denen die Öffis Vorrang erhalten gegenüber den Autos. Die Schaltung der Ampeln erfolgt entweder per Datenfunk oder durch den Kontakt zur Oberleitung.

EIGENE SPUREN

Rund 30 Kilometer hat Wien für exklusive Bus-Beförderung reserviert. Bei den Straßenbahnen sind bereits 76 Prozent durch eigene Gleiskörper vom Individualverkehr getrennt.

Eine Busspur hilft unseren Fahrzeugen getrennt vom Individualverkehr zügiger voranzukommen.
U-BAHN-AUSBAU

Etwa 440 Millionen Menschen nutzen jedes Jahr die Wiener U-Bahn, um möglichst schnell große Distanzen zu überwinden. Das Happel-Stadion macht deutlich, wie die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner profitieren: Die Station der U2 ist hier speziell für Großveranstaltungen ausgelegt. Ein volles Stadion kann dadurch in nur 1,5 Stunden geleert werden. Was bei einer überwiegenden An- und Abreise der Fans mit dem Auto undenkbar wäre. So aber kommt alle zwei Minuten ein leerer Zug für bis zu 1.000 Heimreisende.

Beim Stadionverkehr machen sich in kürzester Zeit die zehntausenden Besucher des Ernst-Happel-Stadions auf die Heimreise.
stadionverkehr
Bilder: ua. Bubu Duimic
Diese Geschichte finden Sie auch im Wien Mobil.
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