Bis 2008 war die U2 zwischen Karlsplatz und Schottenring unterwegs.

Die wechselvolle Geschichte der U2

Die U2 blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die violette Linie entwickelte sich aus der ehemaligen 2er-Linie, gehörte dann zum Grundnetz der Wiener U-Bahn und bindet heute die Donaustadt an. In ein paar Jahren, mit dem Bau der U5, ändert sie nochmals ihre Strecke.

Vielen sagt die „Lastenstraße" oder „2er-Linie" heute gar nichts mehr. Dieser Straßenverlauf ging vom Heumarkt, Karlsplatz und Getreidemarkt über die Museumsstraße und die Auerspergstraße bis zur Landesgerichtsstraße. Schon früh war diese Strecke von großer Bedeutung. Hier waren einst die Fuhrwerke unterwegs, um die parallel verlaufende, noble Ringstraße zu entlasten. Von Beginn des 20. Jahrhunderts bis 1980 fuhren hier auch die Straßenbahnlinien E2, G2 und H2. Daher rührt der Name „2er-Linie", der bis heute von einigen Wienerinnen und Wienern verwendet wird.

In den Untergrund

Im Laufe der Zeit waren immer mehr Menschen auf der Lastenstraße unterwegs. Um den Verkehr in diesem Bereich zu verringern, wanderten in den 1960er Jahren die Straßenbahngleise eine Ebene unter die Erde. Die Ustrab (Unterpflasterstraßenbahn) war geboren.

Ein Zug der Linie G2 während dem Bau der "Zweierlinie-Ustrab" in der Museumsstraße beim Palais Auersperg.
Ein Zug der Linie G2 während des Baus der Ustrab entlang der "Zweierlinie" in der Museumsstraße beim Palais Auersperg.

In den 1960er Jahren geisterte schon die U-Bahn durch die Stadt. Die Ustrab war so angelegt worden, dass ein Umbau zur U-Bahn möglich war. Ende der 60er war es dann fix: Wien sollte seine U-Bahn bekommen.

Am Karlsplatz begann der Bau der Wiener U-Bahn.
Am Karlsplatz begann der Bau der Wiener U-Bahn.

Die U2 war neben der U1 und der U4 Teil des Grundnetzes der Wiener U-Bahn. Gemeinsam haben die Linien die Station Karlsplatz, die noch heute ein zentraler Umsteigeknoten ist. Dort begannen im November 1969 die Bauarbeiten, im August 1980 ging die U2 zwischen Karlsplatz und Schottenring in Betrieb. Damals war sie mit einer Länge von 3,5 Kilometer und sieben Stationen die kürzeste Linie.

Die Ustrab wurde dafür wie geplant für den U-Bahn-Betrieb umgebaut. Die Stationen bekamen andere Namen. Die Station Lerchenfelder Straße war noch bis 2003 in Betrieb, dann wurde sie aufgelassen. Durch die für den U-Bahn-Betrieb verlängerten Bahnsteige waren die Abstände dieser Station zu kurz. Zwischen Volkstheater und Rathaus können Sie die ehemalige Station aber noch heute erkennen.

Bis 2008 war die U2 zwischen Karlsplatz und Schottenring unterwegs.
Bis 2008 war die U2 zwischen Karlsplatz und Schottenring unterwegs.

Ausbau Richtung Donau

Ende der 1990er Jahre entschied die Stadt, die violette Linie Richtung Donaustadt zu verlängern. Um nicht nur den 22. Bezirk, sondern auch den Zweiten besser anzubinden, sah die Planung den U2-Ausbau vom Schottenring in Richtung Donau vor.

Ins Stadion

Die U2-Verlängerung war auch für die Fußball-Europameisterschaft 2008 ein Glücksgriff. Die Arbeiten gingen mit Hochdruck voran, um im Sommer 2008 die Fußball-Fans bequem mit der U2 ins Stadion zur Europameisterschaft zu bringen. Der feuchte Boden des zweiten Bezirks, gelegen zwischen Donau und Donaukanal, stellte die Planungs- und Bauabteilungen vor besondere Herausforderungen. Aber am 10. Mai 2008 war es geschafft und die WienerInnen feierten die Eröffnung der neuen Strecke bis zum Stadion - rechtzeitig vor der EURO, die bereits am 7. Juni startete.

Nach Veranstaltungen im Stadion wollen die meisten mit der U2 nach Hause. Für uns kein Problem.
Nach Veranstaltungen im Stadion wollen die meisten mit der U2 nach Hause. Für uns kein Problem.

Die PlanerInnen konstruierten die Station Stadion speziell für den Fan-Verkehr. Es gibt eigene Eingänge mit Schleusensystem und drei Bahnsteige, sodass nach Ende der Veranstaltungen fast minütlich eine U-Bahn abfahren und die Fans nach Hause bringen kann. In diesem Blogbeitrag haben wir bereits davon berichtet.

Zur Donau und noch viel weiter

Doch die U2 sollte weiter wachsen. Die weitere Verlängerung bis zur Aspernstraße erfolgte 2010. Nun verbindet neben der U1 (Donauinsel) und die U6 (Neue Donau) auch die U2 mit der Station Donaustadtbrücke die Wienerinnen und Wiener direkt mit dem Naherholungsgebiet Donauinsel.

Seit 2013 fährt die U2 bis zum ehemaligen Flugfeld Aspern.
Seit 2013 fährt die U2 bis zum ehemaligen Flugfeld Aspern.

Im Jahr 2013 wuchs die violette Linie noch einmal und zwar bis zur Seestadt Aspern. Sie bindet damit auch das Donauspital an, das zweitgrößte Krankenhaus Wiens. Die Stationen Aspern Nord und Seestadt liegen in einem der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas. Noch bevor die Seestadt ihre ersten BewohnerInnen begrüßte, war sie an das Öffi-Netz angeschlossen. Eine U-Bahn dorthin zu verlängern, wo noch niemand ist, war ein ganz neuer Zugang. Die U2 war so jedoch ein Motor für die Stadtentwicklung. Entlang der neuen Strecke entstanden viele neue Wohnbauten. Auch Unternehmen und Institutionen siedelten sich hier an, etwa die neue Wirtschaftsuniversität oder das Viertel 2 im Prater.

In den Süden

Nachdem die U2 immer weiter in den Norden gewachsen ist, geht es künftig im Süden weiter. Mit dem Bau der U5 verändert sich ihre Linienführung. Dann wird sie, von Norden kommend, ab dem Rathaus (U5) über die Stationen Neubaugasse (U3), Pilgramgasse (U4) und Reinprechtsdorfer Straße bis zum Matzleinsdorfer Platz (S-Bahn) fahren und viele neue Knotenpunkte schaffen. Ihren jetzigen Streckenabschnitt zwischen Rathaus und Karlsplatz übernimmt die neue U5. In einer weiteren Ausbaustufe soll die U2 noch weiter in den Süden bis zum Wienerberg unterwegs sein. Die Gespräche dazu laufen. Die U2 bleibt also auch in Zukunft im Wandel.

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