Jugendliche essen Pizza und Kebap in der U-Bahn

Die sieben Mythen der Wiener-Linien-Hausordnung

Jeden Tag sind mehr als 2,5 Millionen Fahrgäste mit U-Bahn, Bim und Bus in Wien unterwegs. Und wo viele Menschen zusammen kommen, braucht es klare Regeln, damit sich schlussendlich alle wohl fühlen. Diese Regeln sind in unserer Hausordnung festgelegt. Und hier tauchen immer wieder Mythen auf, die wir einmal aufklären wollen.

1. Ich habe meinen Fahrschein bezahlt, also könnt ihr mir nicht vorschreiben, was ich tun darf.

Sie haben Ihr Ticket bezahlt, aber damit nicht gleichzeitig alle Rechte erworben. Mit dem Betreten von Straßenbahn oder Bus bzw. dem Durchschreiten der Entwertersperre in der U-Bahn-Station schließen Sie einen sogenannten „Beförderungsvertrag“ ab. Damit stimmen Sie auch unserer Hausordnung zu. 

2. Wenn ich meine Zeitung liegen lasse, freut sich sicher der Nächste darüber, dass er was zu lesen hat.

Ihr Vorausdenken in allen Ehren, aber wer eine Zeitung lesen will, bringt sie selbst mit und nimmt sie auch wieder mit. In unseren U-Bahn-Stationen stehen mehr als 2.000 Mistkübel bereit. Auch spezielle Behälter für Papiermüll gibt es bei uns. Oder man entsorgt die Zeitung in einem Mistkübel außerhalb der Station. Da sind wir nicht wählerisch.

3. Dass ich nach der Arbeit mein verdientes Bier in der U-Bahn trinke, wird wohl niemanden stören.

Gegen ein Feierabendbier ist grundsätzlich nichts einzuwenden, allerdings nicht in unseren Fahrzeugen und Stationen. Viele Fahrgäste wenden sich mit diesem Thema immer wieder an uns, weil sie sich davon gestört fühlen. Deshalb haben wir das in der Hausordnung auch klar geregelt. Aber: Es spricht im Gegenteil natürlich nichts dagegen, nach dem Biertrinken mit uns nachhause zu fahren. 😉

4. Mein Hund hat noch nie jemanden gebissen, also braucht er auch keinen Maulkorb.

Wieviel würden Sie wetten, dass das auch in Zukunft niemals nie passieren wird? 😉 Ernsthaft: Gerade wenn viele Menschen in den Öffis unterwegs sind, kann auch ein unabsichtlicher Schritt auf die Pfote oder den Hundeschwanz nie ganz ausgeschlossen werden. Und die natürliche Reaktion eines Hundes kann dann das Zubeißen sein. Deshalb gilt bei uns aus Sicherheitsgründen die Maulkorbpflicht.

Mehr zu Hunden in den Öffis finden Sie hier.

5. In eurer Hausordnung steht nichts von einem Telefonverbot, also darf ich weiterhin telefonieren.

Nicht alles, was man aus Rücksicht nicht machen sollte, ist auch in einem Gesetz oder einer (Ver-)Ordnung geregelt. Telefonieren ist an und für sich nicht verboten, jedoch bitten wir darum auf laute Gespräche zu verzichten. Bei uns melden sich immer wieder Fahrgäste, dass sie an diversen ins Telefon gebrüllten Einkaufslisten gar nicht so interessiert sind, wie von den Telefonierenden möglicherweise angenommen.

6. Nachdem die U-Bahn-Stars Musik machen dürfen, wird’s ja wohl ok sein, dass ich am Handy laut Musik höre.

Mit dem U-Bahn-Stars-Projekt geben wir Wiener StraßenkünstlerInnen die Chance, vor einem großen Publikum zu spielen und das in klar definierten Bereichen in U-Bahn-Stationen. Hier können Sie selbst entscheiden, ob Sie kurz stehen bleiben und sich die Musik anhören wollen oder doch daran vorbei gehen wollen. Musik übers Handy ist nicht verboten, jedoch bitte nur mit Kopfhörern und ohne dabei andere Fahrgäste zu stören. Denn nicht allen ist nach ununterbrochener Unterhaltung und Geschmäcker sind in Sachen Musik mitunter sehr unterschiedlich.

7. Es schüttet aus Kübeln, da werde ich doch ausnahmsweise mal mein Fahrrad mit der Bim mitnehmen können. Platz ist genug.

Leider nein. Aus Sicherheitsgründen dürfen Fahrräder nur in den U-Bahnen, zu den vorgegebenen Zeiten und bei den dafür gekennzeichneten Türen mitgenommen werden. Der Innenraum von Straßenbahnen und Bussen ist nicht für einen sicheren Transport von Fahrrädern konzipiert. Außerdem kann es bei Bus und Bim auf Grund des Straßenverkehrs öfter zu unvorhersehbaren Bremsmanövern kommen. Sicherheit hat für uns absolute Priorität und da wir diese in diesem Fall nicht garantieren können, ist das leider nicht möglich.

 

Alle Infos rund um die Hausordnung finden Sie hier.

Nach oben

Kommentare (8)

  • Es passiert doch sowieso nix, wenn sich die Leut nicht dran halten. Von dem her, Regeln, ohne Tadel haben leider keinen Sinn in der heutigen Gesellschaft in Wien. Und mir ist es bisher ein einziges Mal passiert, dass ein Busfahrer tatsächlich was getan hat gegen jemand, der sich nicht an die Hausordnung hält.
    Ihr solltet lieber Stellen für die Einhaltung der Hausordnung eröffnen und somit zur Senkung der Arbeitslosigkeit beitragen. Es muss ja nicht wirklich für jedes öffi ein Mensch angestellt werden, aber Kontrolleure habt ihr auch.
    Menschen mit Behinderung, wie ich, die sonst leider nicht genommen werden, nur weil eine begünstigte Behinderung festgestellt wurde, hätten somit die Chance einen nicht wirklich langweiligen Job zu machen.
    Natürlich müsste man zur Sicherheit mehr als 1 Menschen „auf Streif“ schicken.

    Wenn die Hausordnung wirklich endlich auch vollzogen werden würde, würde ich euer Werbung hierzu auch ernster nehmen.

  • Und das Roller oder Skateboardfahren nur auf dem Bahnsteig verboten ist, ist ebenfalls ein Mythos. Gilt auch für Passagen und den ganzen Stationsbereich bei der Ubahn.

  • Hallo Wiener Linien, könntet ihr bitte Nr. 4 euren Kontrolleuren und eurer Marketing-Abteilung zeigen?

    Ich weiß nicht was sie die ganzen Zeit mit ihrem „Beißkorb“ meinen, sowas besitze ich nicht für meinen Hund und habe ich nach langem Suchen im Tierfachhandeln nicht gefunden.

    Nach einem „Maulkorb“ hat mich allerdings noch nie einer von denen gefragt, das wäre doch etwas, auf das Ihre Kontrolleure ein Auge werfen könnten!

  • Ich finde es großartig, dass Sie diese infos verteilen! Daumen hoch!
    Ein Problem das leider ständig da ist – Betteln!
    Gerade in den stark frequentierten Stationen wie Landstraße U4, Karlsplatz zwischen U4 Abgang zu U1/U2!
    Jeden Tag gegen 17:30 – nicht eine, nein 2, 3 oder sogar mehr Menschen (die hier professionell betteln!) Ich konnte ebenfalls beobachten, dass es tw. Familien sind, die hier zusammen arbeiten (Mater & Sohn am Karlsplatz, Mutter und Schwester Landstraße U4 & U3!
    Da würde ich mir häufigere Frequenz des Sicherheitspersonals wünschen (ggf. sind diese betroffenen Bereiche über die Kameras leicht einsehbar?)

    • Unser Sicherheitsteam achtet auf die Einhaltung der Hausordnung und hier auch auf das Verbot in den Öffis zu Betteln. Das Team wird Schritt für Schritt vergrößert, aber das dauert ein wenig. Zum diesem Thema gibt es auch Durchsagen in unserem Netz, die darauf hinweisen, dass Betteln verboten ist.

  • Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

    Tragen Sie Ihre Daten unten ein oder klicken Sie ein Icon um sich einzuloggen.

    Unser nächster Artikel
    Wir setzen auf Toleranz, Vielfalt und gegenseitigen Respekt.Wir setzen auf Toleranz, Vielfalt und gegenseitigen Respekt.

    Ganz einfach #zusammenhalten

    14 April 2017