U-Bahn-Fahrer Jürgen Lutz begeistert die Fahrgäste mit netten Durchsagen.

Der Gute-Laune-Macher

Erst seit knapp zwei Jahren ist Jürgen Lutz bei den Wiener Linien, die Chance, dass Sie ihn schon gehört haben, ist hoch. Noch höher ist sie, wenn Sie oft auf der U3 unterwegs sind. Wir stellen Ihnen den Gute-Laune-Macher vor.

Mit Sätzen wie „Sehr geehrte Fahrgäste, es freut mich sie auf meinem Zug begrüßen zu dürfen und ich wünsche einen Guten Morgen", zaubert er unseren Fahrgästen nicht nur am Montagmorgen ein Lächeln ins Gesicht.

Montag morgen 06:45 U3 Wien Mitte: Meine Lieben Fahrgäste ich wünsche euch einen wunderschönen Guten Morgen! - DANKE so kann jede Woche beginnen - weiter so ...

Posted by Christian Diewald on Sonntag, 26. März 2017

Er, das ist Jürgen Lutz, einer unserer U-Bahnfahrer, der gerne zum Mikrofon greift, um eine Durchsage im Zug zu machen. Auch wenn er Frühdienst hat, bleibt die Freundlichkeit deswegen sicher nicht auf der Strecke. Dienstbeginn ist beim Frühdienst um spätestens 4:30 Uhr. Lutz steht sogar noch ein bisschen früher auf als die KollegInnen in Wien, denn er wohnt im Raum Tulln. Am meisten freut er sich über einen Dienstbeginn in Ottakring, denn die Station ist oberirdisch und „dort scheint die Sonne, wenn du wegfährst oder ankommst“.

"Wo ich herkomm‘, dort grüßt man sich", sagt Jürgen Lutz.
"Wo ich herkomm‘, dort grüßt man sich", sagt Jürgen Lutz.

Gute-Laune-Durchsagen

Bekannt bei unseren Fahrgästen wurde Lutz zwar mit seinen Durchsagen, eine Sprecherausbildung oder ähnliches hat er nicht absolviert. Aus reinem Interesse am Unternehmen hat er sich als U-Bahn-Fahrer beworben und ist seit Sommer 2015, nach Absolvierung der U-Bahn-Schule, im Netz unterwegs. Ein bestimmtes Erlebnis das ihn zu den netten Durchsagen motiviert hat, gab es nicht. „Am Anfang habe ich natürlich nur den Klassiker durchgesagt, also „Endstation, bitte alles aussteigen“. Mit der Zeit habe ich das dann erweitert. Zum Beispiel „Endstation, bitte alles aussteigen und vergessen Sie die Regenschirme nicht.

Was künftige U-Bahn-FahrerInnen mitbringen sollen? „Das Interesse an der U-Bahn selber und auch ein technisches Verständnis. Ganz wichtig ist Kundenorientierung. Klar, du bist vorne in der Fahrerkabine und hast deswegen nicht so viel Kundenkontakt. Aber wenn du einen hast, dann solltest du wissen, wie das geht. Du musst halt auch sehr flexibel sein, wir haben ja auch Nachtschichten.

Kundenservice und Freundlichkeit

Diese Serviceorientierung kommt bei den Fahrgästen sehr gut an, immer mehr Passagiere klopfen in den Endstationen oder bei der nächsten Station an und bedanken sich für die hilfreichen und freundlichen Durchsagen. Jürgen Lutz freut sich, dass die Durchsagen für die Fahrgäste nützlich sind. "Viele Fahrgäste haben sich total gefreut. Sie sagen dann "Danke für die Erinnerung", zum Beispiel beim Regenschirm, ergänzt er.

Dennoch ist sein Verhalten für Lutz selbstverständlich, denn „dort, wo ich herkomm‘, dort grüßt man sich, wenn man irgendwo rein- oder rausgeht“. Vorwiegend kommen das ältere Publikum und die SchülerInnen nach vorne zur Fahrerkabine und geben Rückmeldung zu den Durchsagen, „und sobald einer einmal angefangen hat, kommen auch weitere Fahrgäste. Auch über Social Media kommen Rückmeldungen.

Jürgen Lutz, hier in der Station Erdberg, begrüßt die Fahrgäste gerne mit Durchsagen am Zug.
Jürgen Lutz, hier in der Station Erdberg, begrüßt die Fahrgäste gerne mit Durchsagen am Zug.

Große Verantwortung

Der Job als U-Bahn-FahrerIn ist eine große Verantwortung, immerhin passen bis zu 900 Fahrgäste in einen U-Bahn-Zug. „Fahrer, die 30 Jahre dabei sind, haben da natürlich ein anderes Verständnis. Aber ich habe schon noch sehr großen Respekt. Ein aktuelles Beispiel ist natürlich das Donauinselfest. Da ist der gesamte Bahnsteig komplett schwarz vor Menschen, du siehst nur Köpfe. Da musst du echt sehr aufpassen und du musst dich auf alle KollegInnen verlassen können. Aber es gibt auch immer wieder Lob von den Fahrgästen für die Organisation“, erklärt Jürgen Lutz. Neben Verantwortung für Fahrgäste ist Freundlichkeit oberstes Gebot. „Jeder, der sich im öffentlichen Leben bewegt, also echt jeder, muss da was beitragen. Wir sind 1,8 Millionen Menschen, das geht sonst einfach nicht.

Wenn auch Sie einmal Lob für unsere MitarbeiterInnen hinterlassen wollen, dann haben wir noch einen Tipp für Sie: Datum, Uhrzeit, Linie und Fahrtrichtung sind schon gute Hilfsmittel, um die gesuchten KollegInnen schneller zu finden. Noch einfacher wird es, wenn Sie uns die Wagennummer mitteilen. Die finden Sie in allen Zügen. Hier zeigen wir Ihnen, wo genau.

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Kommentare (5)

  • Bin (anscheinend) auch mal mit Herrn Lutz gefahren und war ganz überrascht so nette Worte vom Fahrer zu hören. 🙂

    Normal wird nur über die in-letzer-Sekunde-Einsteiger geschimpft… Da ist eine originelle Durchsage einmal eine Abwechlung.

  • Heute in der Früh, habe ich zum zweiten Mal diese freundliche Stimme mit der ermunternden Durchsage in der U3 gehört. Zuerst verdutzte und dann lächelnde Gesichter. Jetzt habe ich mich auf die Suche nach diesem netten Menschen begeben und ihn gefunden.
    VIELEN DANK 🙂 🙂 🙂 und auch Ihnen, lieber Herr Lutz, einen schönen Tag.
    Meiner ist gleich viel sonniger durch Sie geworden.

  • als u6 nutzerin ermuntere ich hiermit die fahrerInnen dieser linie zu ähnlichem! finde ich schön, macht gute stimmung, kostet nix! liebe grüße!

  • Das ist ja nett!! Liebe grüße an Jürgen, ich war mit ihm in der gleichen Volksschulklasse😊hoffe ich höre ihn auch mal live.

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