Durch Reibung entsteht Hitze und durch Bremsen wird Energie frei. Um diese Energie in unserem U-Bahn-Netz bestmöglich nutzen zu können, haben wir eine innovative Lösung gesucht: das Forschungsprojekt Brake Energy.

Brake Energy: Intelligenz „meets“ Effizienz

Durch Reibung entsteht Hitze und durch Bremsen wird Energie frei. Um diese Energie in unserem U-Bahn-Netz bestmöglich nutzen zu können, haben wir eine innovative Lösung gesucht: das Forschungsprojekt Brake Energy.

Ressourcenschonend, umweltfreundlich und energieeffizient sind für uns als Unternehmen mehr als nur Schlagwörter. Wir sind immer auf der Suche nach innovativen Ideen, um unsere Fahrgäste noch umweltschonender durch die Stadt zu bringen.

Ein solches Forschungsprojekt ist Brake Energy. Bereits jetzt kann die frei gewordene Bremsenergie in unser Gleichstromnetz eingespeist werden. So kann eine einfahrende U-Bahn durch die beim Bremsen freigewordene Energie einen gerade abfahrenden Zug antreiben. Jedoch was tun, wenn gerade kein Zug sich zeitgleich in der Station befindet? Derzeit bleibt die dadurch entstandene Energie ungenützt und wird in Wärme umgewandelt. Genau hier setzt das Projekt Brake Energy an. Wir haben uns in der U2-Station Hardeggasse angesehen, wie wir ohne viel Verlust diese Energie nutzen können.

Potenzial auf dem Prüfstand

Egal ob Bim oder U-Bahn - fast alle unsere Schienenfahrzeuge sind bereits kleine "Kraftwerke": die Energie, die beim Bremsen frei wird, fließt zurück ins Gleichstrom-Netz, und kann somit andere Fahrzeuge in der Umgebung beim Anfahren mit dieser freigewordenen Energie antreiben.

Die Silberpfeile der zweiten Generation, der V-Wagen, die U6-Niederflur-Garnituren und die ULF-Straßenbahnen waren bereits ab Werk mit der dafür notwendigen Technik ausgestattet. Mittlerweile wurden auch alle älteren Silberpfeile und der Großteil der Hochflurstraßenbahnen umgerüstet.

Seit dem Jahr 2006 - U1 Verlängerung nach Leopoldau - betreiben wir ein eigenes, wachsendes Wechselstromnetz, mit dem wir unsere U-Bahn-Stationen versorgen. Dieses Netz ist ein stabiles und aufnahmefähiges Netz, somit war es bestens für die Pilotanlage zur Energierückgewinnung geeignet. Um jedoch den eingespeisten Gleichstrom im Mittelspannungsnetz nutzen zu können, war die Installation einer Wechselrichteranlage notwendig. Sie kann den Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln.

Die Priorität im U-Bahnnetz ist der Austausch der Energie zwischen den bremsenden und den anfahrenden Zügen. Ist dieser Energiefluss nicht möglich, wird der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt und ins 20-kV-Netz der Wiener Linien eingespeist. Dort steht er zur Versorgung der Anlagen wie Licht, Aufzüge, Rolltreppen, Lüftung und sonstigem in den Stationen zu Verfügung.

Die beim Bremsen gewonnene Energie kann andere Fahrzeuge in der Umgebung beim Anfahren antreiben, oder zur Versorgung von Anlagen wie Licht, Aufzügen, Rolltreppen, Lüftungen und sonstigem zur Verfügung stehen.

Viel versprechende Ergebnisse

Insgesamt hat das Pilotprojekt drei Jahre gedauert und brachte vielversprechende Ergebnisse hervor. Schon während der Testphase konnten die ersten Erfahrungen im laufenden Betrieb gemacht werden. Eine leichte Integration, hohe Betriebsstunden und vor allem eine sehr gute Stromqualität hat sich bestätigt. Mit der Implementierung in unser Netz können wir unsere Energiebilanz verbessern. Eine Energieeinsparung von 1.6 GWh pro Jahr (das entspricht ungefähr einem Jahres-Energieverbrauch von 360 durchschnittlichen Haushalten), spart Energiekosten von bis zu 100.000 Euro pro Anlage. Neben dem Standort des Pilotprojekts sind noch fünf weitere Anlagen in Planung. Diese werden im ganzen Netz verteilt werden. 

Gefördert wurde das Projekt "Brake Energy" durch den Innovationsfonds der Wiener Stadtwerke.

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