Wir haben einige Mythen zu Schnee und Öffis auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht.

7 Mythen zu Schnee und Öffis

Rund um die Themen Winter und Winterdienst ranken sich viele Mythen. Wir haben sie auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht.

1) Für die Wiener Linien kommt der Schnee überraschend!

Ob für Sommergewitter oder Schneesturm: Die Wiener Linien verlassen sich das ganze Jahr auf die Expertise der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. Schon Stunden bevor der Schnee wirklich fällt, werden MitarbeiterInnen eingeteilt und Dienstpläne geändert, um zusätzliche Reserven zu haben. Auch die Schneeräumung wird vorbereitet. Überraschend ist Schneefall nämlich selten. Nur schnell auftretender Eisregen, das sogenannte „Blitzeis“, kommt oft sehr plötzlich.

 

2) Kein Wunder, dass es Verspätungen gibt, da liegt ja Schnee auf den Gleisen!

Ein paar Zentimeter Schnee auf den Schienen sind für Bim und U-Bahn kein Problem. Wirklich schneeempfindlich sind aber die mehr als 1.000 Weichen in unserem Netz. Sie werden daher mit Weichenheizungen ausgestattet, damit festgefrorene oder blockierte Weichen verhindert werden. An stark befahrenen Kreuzungen kann es aber sein, dass Auto- und LKW-Reifen Schnee in die Weichen-„Lücke“ pressen und die Weichenheizung nicht mehr nachkommt. Dann muss ein Reinigungsdienst ausrücken, um die Weiche von Schnee und Eis zu befreien.

 

3) Für die U-Bahn gibt es spezielle Schneepflüge!

Klingt komisch, ist aber so! Auf der U-Bahn kommen Schneepflüge aber kaum zum Einsatz. Die U-Bahnen können sich ihren Weg selbst „freischaufeln“, wenn nicht zu viel Schnee zusammenkommt. Im Wiener Straßenbahnnetz kommen mehr als 40 gelbe Schienenschneepflüge zum Einsatz.

4) In den Öffis ist es voll, weil zu wenig Züge unterwegs sind!

Zur Stoßzeit rollt bei Bus, Bim und U-Bahn (fast) alles, was Räder hat. Eine kurzfristige Verdichtung des Intervalls ist daher kaum möglich. Auch gibt es bei Schneefall viele AutofahrerInnen und RadfahrerInnen, die sich die Fahrt mit dem eigenen Gefährt nicht antun wollen und kurzfristig auf die Öffis umsteigen.

 

5) Die Wiener Linien reden sich immer nur auf die anderen VerkehrsteilnehmerInnen aus!

Tatsächlich sind Straßenbahn und Bus stark von der Verkehrssituation auf den Straßen abhängig. Bei Schneefall und/oder Schnee und Schneematsch auf der Straße fließt der Verkehr langsamer und das ist gut so: Die Bremswege sind länger und bei Kurven kommt man eher ins Rutschen. Daher gibt es auch mehr Unfälle und dadurch Staus, die auch unsere Straßenbahnen und Busse betreffen. Gerade auf Straßen mit Steigungen kommt es auch zu Problemen mit hängengebliebenen Autos und LKW.

Ärgerlich sind hingegen Falschparker. Bei Schnee achten viele AutofahrerInnen nicht ausreichend auf den Abstand zu den Bim-Gleisen. Blockierte Straßenbahnlinien sind die Folge. An Schneetagen kommt es zu dutzenden Falschparkereinsätzen. Die Feuerwehr muss dann ausrücken und die Autos auf die Seite stellen oder abschleppen. Für die Autofahrer ist das ein teurer Spaß: Der Feuerwehreinsatz wird verrechnet.

 

6) Wenn ich in der Früh zur Haltestelle gehe, ist die nie sauber geräumt!

Für deinen Weg zur Haltestelle ist der/die jeweilige HausbesitzerIn bzw. die MA 48 verantwortlich. Bei den Haltestellen kommt es darauf an: Befindet sich die Haltestelle auf dem Gehsteig, sind die HausbesitzerInnen von 6-22 Uhr für die Räumung verantwortlich – davor und danach übernehmen wir. Für Haltestelleninseln und U-Bahn-Bereiche sind die Wiener Linien selbst verantwortlich. Natürlich können aber auch die von uns beauftragten Räumdienste nicht überall gleichzeitig sein. Gerade bei anhaltendem Schneefall bleibt der Schnee trotz Räumung manchmal etwas länger stehen.

Die Schneeräumung wird von eigenem Personal oder Privatfirmen erledigt.
Die Schneeräumung wird von eigenem Personal oder Privatfirmen erledigt.

7) Wenn es schneit, suchen die Wiener Linien SchneearbeiterInnen!

Viele Jahre lang haben wir selbst HilfsarbeiterInnen zur Schneeräumung angeheuert – mittlerweile werden die Arbeiten aber entweder von Privatfirmen oder von eigenem Wiener Linien-Personal erledigt.

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Kommentare (8)

  • Danke, das ihr bemüht seit uns Bürgern zu helfen und das ihr euch trotz manchem Fehlverhalten, so für uns einstzt!
    LG Dennis G.

  • @ 6 und 7 – das ist genau der Grund, warum es nicht funktioniert, viele Stationen sind auch an Tagen nach dem Schneefall nicht geräumt, und auch nicht die Wege zu den Stationen – warum ist euch das egal ?? Das Erklären mit dem Liegenschafts Eigentümer löst das Problem nicht !!

  • AKTUELLER Bericht eines Rollifahrers von heute: DANKE an die Wr. Linien – durch die gute Organisation der Schneeräumung war ich trotzdem mobil: 1x hinter einer Bim, weil ich zwar vom Gehsteig auf die Straße aber nicht mehr hinauf konnte und ein Busfahrer nahm mich einfach zur nächsten Umsteigestelle zur U2 mit (Aspang statt Donaubrücke), da sonst der Zugang zum Lift nicht möglich gewesen wäre!
    Weiter viel Erfolg und „trotzdem Menschlichkeit“!

  • Streuen die Wiener Linien im Winter mit Salz oder auch mit halogen- und stickstofffreien Auftaumitteln, wie Kaliumkarbonat? Wenn ja zu welchem prozentuellen Ausmaß schätzungsweise?

    • Wir verwenden hauptsächlich ein Gemisch aus Streusplitt und Sole. Weniger Splitt auf den Straßen führt zu weniger Staub in der Luft; in einigen Fällen kann sogar ganz auf Splitt verzichtet werden.
      Im Bereich der Ringhaltestellen wird kein/e Salz/Sole ausgebracht, sondern Kaliumcarbonat, das die Bäume nicht so angreift. Zusätzlich wird bei Ringhaltestellen der Boden rund um die Baumstämme mit einem speziellen Vlies abgedeckt, das die aufgebrachte Flüssigkeit aufsaugt, damit sie nicht in die Erde sickert.

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